Wiedereingliederungen sprechen für den Erfolg von Bärenrehabilitation

Dec 5, 2008

Wildhüter Rich Beausoleil übergibt Wasaka an die Mitarbeiter des IBBR

Der verwaiste Bärenjunge wird von einem Mitarbeiter der Fischerei- und Jagdbehörde im US-amerikanischen Bundesstaat Washington gefunden. Bis zum WSPA-finanzierten Idaho Black Bear Rehabilitation (IBBR) sind es fast 700 Kilometer. Dass er bis dort hin transportiert wird, ist ein begrüßenswerter Beweis dafür, dass die dort erprobten Methoden zur Rehabilitation von Bären mittlerweile eine große Anerkennung finden.

Der junge Bär, der inzwischen den Namen Wasaka trägt – in der amerikanischen Ureinwohnersprache Dakota bedeutet dies stark – wäre in der Vergangenheit von den Beamten eingeschläfert worden.

Seine Überlebenschancen und die Aussicht auf eine erfolgreiche Rehabilitation wären als gering angesehen worden.
Rich Beausoleil, der Mitarbeiter, der Wasaka fand, wusste jedoch um den guten Ruf des IBBRs und kontaktierte trotz der weiten Entfernung dessen Gründerin Sally Maugham, um sie um Hilfe zu bitten.

 

Anerkennung

„Der Anruf von Rich war toll“, erklärt Sally. „Als ich meine Arbeit im Jahr 1989 begann, waren die Behörden noch der Meinung, dass verwaiste, durch den Menschen aufgezogene Bärenjunge, entweder verhungern oder nach ihrer Freilassung Probleme bereiten würden. Damals, und auch heute noch, war es schwierig einen Zoo oder Wildpark zu finden, der diese Bärenwaisen aufgenommen hätte. Die anderen Möglichkeiten waren, das Bärenjunge entweder schonend einzuschläfern oder es in der Wildnis zurückzulassen und darauf zu hoffen, dass es überleben würde.“

Ungeachtet der anfänglichen Kritik konnte Sally seitdem mehr als 180 Bären wieder in die Wildnis eingliedern und Wildhüter wie Rich und solche, die noch weiter weg arbeiten, mitunter sogar in Kalifornien, holen sich ihre Hilfe, wenn es um verwaiste Bärenjungen geht.
„Wenn die Jagd- und Forstbehörden verwaiste Bärenjunge finden, kann unser Handlungsspielraum durchaus begrenzt sein. Das liegt vor allem an den schrumpfenden finanziellen Etats und daran, dass es nicht genügend Mitarbeiter gibt. Sally Maugham und die Mitarbeiter des IBBR helfen hier aus – sie bieten uns Möglichkeiten der Rehabilitation und Freilassung, die uns zuvor nicht gegeben waren“, erklärt Rich.

„Wie alle anderen für die Behörden tätigen Biologen bin ich froh darüber, dass das IBBR da ist, um uns zu helfen und ich hoffe, dass es dies auch in Zukunft tun wird.“

Bärenbetreuung

Das IBBR hat bereits 180 Bären an geeigneten Stellen wieder in die Wildnis entlassen

Wenn verwaiste Bärenjungen wie Wasaka im IBBR ankommen, sind sie oft schwach, verwundet und ausgehungert. Verletzungen durch Autos und Jäger, Dürren, Waldbrände und der Hunger wegen des Nahrungsmangels sind nur einige Probleme, denen sie ausgesetzt sein können.

Normalerweise sind eine sofortige medizinische Betreuung und Monate aufopferungsvolle Hilfe nötig, um die Tiere wieder in die Wildnis entlassen zu können.

Die Bärenjungen werden langsam auf ihre Rückkehr in die freie Wildbahn vorbereitet und entwickeln allmählich die Fähigkeiten zu Nahrungssuche und Selbstschutz, so wie sie diese in Freiheit gelernt hätten. Die meisten Jungen werden freigelassen, wenn sie zwischen 11 und 17 Monaten alt sind.

 

Internationale Anstrengungen

„Seit mehr als 10 Jahren unterstützt die WSPA die Arbeit des IBBR innerhalb des internationalen Bärenrehabilitationsprogramms. Sallys Erfolg liefert ein erstklassiges Beispiel dafür, wie erfolgreich Programme zur Bärenrehabilitation sein können“, erklärt Neil D’Cruze, Leiter der Wildtierprogramme bei WSPA.

„Derzeit arbeiten wir weltweit mit zahlreichen Organisationen im Bereich der Rehabilitation zusammen, um das Wissen über bewährte Verfahren und Anleitungen zu sammeln und zu verbreiten, und freuen uns, das IBBR als ein gelungenes Beispiel anführen zu können.

Lesen Sie mehr über die Rehabilitation und Freilassung verwaister Bärenjungen >>

 

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