Sep 8, 2008
Die zwei blinden Bären, Max und Ursula, wurden bislang in Gefangenschaft gehalten. Seit August 2008 erleben sie zum ersten Mal das Gefühl von Freiheit. Im weltweit größten Bärenschutzpark in Rumänien erholen sie sich jetzt von den Strapazen ihres bisherigen Lebens. Durch die Unterstützung der WSPA konnte hier ein wegweisendes Schutzprojekt entstehen.
Mit Max und Ursula leben noch weitere 32 Bären in dem fast 70 Hektar großen Waldgebiet. Hier gibt es nicht nur Wasser zum Planschen und Schwimmen. Auch können die Bären auf Nahrungssuche gehen und Höhlen bauen. In dem Bärenschutzgebiet finden sie ein sicheres Zuhause, aber auch genügend Raum, ihre natürlichen Instinkte zu entdecken und auszuleben.
Wie die meisten geretteten Bären haben auch Max und Ursula noch nie zuvor in der freien Natur gelebt.
Der heute 13 Jahre alte europäische Braunbär Max wurde als Jungtier von seiner Mutter getrennt. Sein Besitzer kettete ihn an und er verbrachte sein bisheriges Leben als Touristenattraktion am Straßenrand. Durch seine Blindheit war er verhältnismäßig wehrlos und konnte leicht kontrolliert werden.
Die 26-jährige Ursula ist die einzige asiatische Schwarzbärin in dem rumänischen Bärenschutzgebiet. Bevor sie von WSPA-Mitarbeitern im Juni dieses Jahres aus dem rumänischen Buhusi Zoo gerettet wurde, kannte sie nur ihren 10 m² großen Käfig.

Schweren Herzens entschieden die Betreuer, dass Ursula aufgrund ihres Alters und dem Stress durch den Eingriff nicht operiert werden solle. Ohne längeres Warten konnte sie so ihr neues Leben im Waldgehege beginnen.
Bei Max entschied man sich für weitere Untersuchungen. Acht Personen waren nötig, um den ruhig gestellten, 330 kg schweren Bären auf die Tragbahre zu befördern und ihn in die Klinik zu fahren. Dort ergaben Tests, dass trotz der umfangreichen Möglichkeiten des AHT-Teams sein Augenlicht nicht wiederhergestellt werden kann.
Victor Watkins, Wildtier-Experte und Verantwortlicher des WSPA-Schutzgebietes: „Die Tests der Experten ergaben, dass Max mit großer Wahrscheinlichkeit seit seiner Geburt blind ist. Doch trotz seiner irreversiblen Augenprobleme gibt es auch positive Erkenntnisse: Sowohl sein Geruchssinn als auch sein Gehör sind sehr gut ausgeprägt. Dadurch kann er sich ohne größere Probleme in seiner neuen Umgebung zurecht finden.
Gleichzeitig stellte er fest, dass eine Herausforderung bleibt: „Wir sind fest entschlossen, die letzten 30 gefangenen Bären Rumäniens zu befreien. Auch sie sollen ein neues Leben im Bärenschutzzentrum beginnen können.“
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