Dec 29, 2008

Die EU-Kommission hat offiziell auf die Forderungen des WSPA-geführten Partnerschaftsprojekts Handle with Care reagiert, das eine nachhaltigere Durchsetzung geltender EU-Vorschriften für Tiertransporte und – langfristig – ein komplettes Verbot von Tiertransporten über große Strecken vorsieht.
Tiere, die zum Zweck der Schlachtung quer durch Europa transportiert werden, leiden an Hunger, Durst, Erschöpfung und Verletzungen – verursacht durch die extrem lange Verweildauer in überfüllten Containern. Während in den einschlägigen EU-Gesetzen die Bedingungen für Lebendtransporte zwar eindeutig dargelegt sind, so finden diese in der Praxis doch häufig keinerlei Beachtung – mit grausamen Folgen für die betroffenen Tiere.
Angesichts der vielfältig vorhandenen Möglichkeiten, das Fleisch der unweit ihres Aufzuchtortes mittels humaner Verfahren geschlachteten Tiere tiefgekühlt und eingefroren auf den Weg zu bringen, um den Verbraucher mit Frischfleisch zu versorgen, wären Grausamkeiten solchen Ausmaßes völlig überflüssig.
Sehen Sie unseren preisgekrönten Film über Tiertransporte >>
In ihrem Schreiben, bezieht sich die Kommission auf zahlreiche E-Mails und Briefe von Tierschützern und Tierschutzfreunden und erklärt ferner wortgemäß, dass sie - die Ansicht der WSPA teilen würde, wonach es einer besseren Umsetzung der Richtlinien für Tiertransporte bedürfe und dass man intensiv und mit beträchtlichem Aufwand alles daran setzen wolle, um den Schutz der Tiere auf Transporten zu verbessern.
In dem Schreiben heißt es weiter: "Die Kommission ist der Meinung, dass die gegenwärtigen Zeitvorgaben wissenschaftlichen Erkenntnissen nicht in vollem Maße Rechnung trügen und zudem mit den für Fernfahrer geltenden Sozialgesetzen unvereinbar seien, wodurch die generelle Einhaltung von Transportzeiten insgesamt erschwert würde.“
Die gute Nachricht am Ende des Schreibens war zweifellos die, wonach die Kommission eine Überprüfung der Transportzeiten und der Beladungsdichten als sehr dringlich bewertete."
Vor diesem Hintergrund gehen wir davon aus, dass die EU-Kommission bis zu ihrem Mandatsende im nächsten Mai konkrete Schritte unternommen haben wird – insbesondere was eine Begrenzung der Transportzeiten für Pferde (und eventuelle auch für andere Tiere, die geschlachtet werden sollen) - angeht.
Dieser Aufruf stützt sich auf einen umfassenden wissenschaftlichen Bericht, der vor kurzem von World Horse Welfare freigegeben wurde. Der Bericht enthält Beweismaterial für eine extrem mangelhafte Behandlung und Versorgung der Pferde im Zuge ausgedehnter Transporte aus Rumänien, Polen und anderen osteuropäischen Staaten nach Italien, wo sie dann geschlachtet werden und das Fleisch fälschlicherweise als “italienisches Pferdefleisch” etikettiert werden kann.
Die englische Handle-with-Care-Website bietet Informationen, Nachrichten und Vorschläge, wie Sie sich für die Überwindung dieser grausamen und unnötigen Form des Mißbrauchs von Tieren engagieren können.
Auf unserer deutschen Handle-with-Care-Website können Sie mit Ihrer Unterschrift aktiv werden.