Jun 15, 2008

Schweine von Kanada nach Hawaii, Schafe von Australien in den Mittleren Osten, Ziegen von Namibia nach Südafrika, Pferde quer durch Spanien nach Italien, Rinder von Brasilien in den Libanon. Dies sind nur einige wenige Beispiele für die irrsinnigen und völlig unnötigen Tiertransporte, die jeden Tag stattfinden. Höllenfahrten, die über tausende Kilometer drei Wochen und länger dauern können – nur um die Tiere am Ende der Reise zu schlachten.
Weltweit leiden jährlich Millionen Tiere unbeschreibliche Qualen bei diesen Transporten: Misshandlungen beim Verladen durch Tritte, Schläge und Elektroschocks, unerträgliche Enge in LKWs und Schiffscontainern, drückende Hitze, quälender Durst, schmerzende Verletzungen. Bis zu 10% der Tiere überleben diese Strapazen nicht. Sie brechen völlig entkräftet zusammen und werden unter den Leibern ihrer Artgenossen regelrecht begraben.

Warum werden Tiere immer noch über tausende Kilometer bis zum Schlachthof transportiert? Die Antwort auf diese Frage sieht für jede Region ein wenig anders aus: Mal fehlen Gesetze, mal werden sie nicht eingehalten, mal fehlt es an der nötigen Transparenz für den Verbraucher. Und immer wieder spielen wirtschaftliche Interessen eine Rolle.
Die WSPA hat ein Bündel von wirkungsvollen Aktionen geschnürt, genau abgestimmt auf die regionale Situation. Politische Lobbyarbeit sowie Öffentlichkeitsarbeit gehört weltweit zu unseren Maßnahmen. Und für alle Routen gilt die eine Botschaft: Stoppt die Tiertransporte!
Über 10.000 Pferde werden jährlich von Spanien nach Italien zum Schlachten gekarrt. Bis zu 46 Stunden harren die Pferde auf den Ladeflächen aus. Selbst bei Temperaturen von über 40 Grad werden sie nicht abgeladen und getränkt. Auch die gesetzlich vorgeschriebenen Einzelboxen fehlen auf den meisten Ladeflächen. So müssen die Pferde die Bewegungen des LKWs permanent ausbalancieren, damit sie nicht unter die Hufen ihrer Nachbarn geraten.
Dabei ist der entsetzlich lange Weg zum Schlachthaus völlig unnötig. Der einzige Grund für diese Quälerei: Werden die Pferde in Italien geschlachtet, darf das Fleisch den ahnungslosen Verbrauchern als einheimische Ware angeboten werden.
Diesen Etikettenschwindel decken wir auf! Gemeinsam mit unseren Partnern klären wir die Bevölkerung über die wahre Herkunft des Pferdefleisches auf. Bei der EU treten wir für transparentere Kennzeichnungsregeln ein. Darüber hinaus kämpfen wir dafür, dass geltendes EU-Recht auch eingehalten wird.
Danach müssen Pferde spätestens nach 24 Stunden abgeladen, getränkt und gefüttert werden. Nach unseren Recherchen würden ordnungsgemäße Pausen die längsten Transporte aus dem Süden Spaniens nach Italien unlukrativ machen – erst recht, wenn die maximal zulässige Transportzeiten kürzer wären. Also drängen wir auch hier auf Nachbesserung bei der EU.
