Kenianische Tierschutznetzwerk erfolgreich gegen Stierkampf

Dec 19, 2008

Dieser Bulle schien für den Kampf vorgesehen, doch Tierschutzgruppen haben ihn davor bewahrt

Eine kenianische Variante des Stierkampfes, bei sich zwei Bullen gegenseitig bekämpfen, ist ein Ereignis, das in diesem Monat in der Hauptstadt Nairobi stattfinden sollte. Dank der vereinten Bemühungen mehrerer Tierschutzgruppen konnte dies verhindert werden.

Die Kämpfe stellen in Nairobi keine Tradition dar und sind nach kenianischem Tierschutzgesetz verboten; die Organisatoren argumentierten jedoch, dass die Stierkämpfe den Tourismus beleben würden, womit sie die Unterstützung der kenianischen Minister für Kultur und Fremdenverkehr gewinnen konnten.

Leiden von Anfang an

Lange Transporte aus West-Kenia führen dazu, dass die Stiere bereits vor Beginn der Kämpfe schwere Verletzungen erleiden und mitunter sogar zu Tode kommen.  In Fahrzeugen untergebracht, die für diesen Zweck ungeeignet sind, sind sie bei der Ankunft hungrig, durstig und entkräftet.

Nach dem Bekanntwerden des Vorhabens richtete die Kenianische Tierschutzgesellschaft SPCA Apelle an andere Gruppen – darunter die WSPA-Mitgliedsorganisation Africa Network for Animal Welfare (ANAW), das Tierschutzprojekt “Animal Welfare Action Kenya (AWAKE)” sowie  das kenianische Veterinäramt (Kenya’s Veterinary Association and Board).

In einem vereinten Aufruf, der sich unmittelbar an die Veranstalter der Kämpfe richtete, wiesen sie auf die Gefahren für die Tiere, den potentiellen Schaden für den internationalen Tourismus und den gesetzeswidrigen Charakter dieser Veranstaltung hin.

Josphat Ngonyo, Ausschussvorsitzender von AWAKE und für den Bereich Politik und Gesetzgebung verantwortlich, fasst die Besorgnisse der Tierschützer wie folgt zusammen: “Stiere verdienen es, frei von Schmerzen, Angst, Verletzungen, Leiden und jedweder Art von sonstigem Unbehagen naturgemäß zu leben. Während der Kämpfe werden ihnen Drogen und allerlei betäubende Substanzen verabreicht, um in ihnen ein abnormales Kampfverhalten zu provozieren.”

Die Veranstalter hielten jedoch in aggressiver Weise an ihren Plänen fest, und die Tierschutzgruppen hatten keine Möglichkeit, den Transport der Tiere nach Nairobi zu verhindern.

Ein Fall für das Gericht

Dieser Stier wurde vor dem Stierkampf gerettet und ist ein Präzedenzfall für den Tierschutz

Das Kampfereignis rückte näher und schnelles Handeln wurde umso wichtiger. Gemeinsam mit AWAKE beschloss WSPA Afrika, einen gerichtlichen Unterlassungsbefehl zu erwirken.

Durch diese rechtliche Maßnahme, die von den kenianischen Tierschutzgruppen und der 'Abteilung für Veterinäraufgaben beim Ministerium für Viehwirtschaft' unterstützt wurde, erging an den Polizeikommissar von Nairobi die Aufforderung,  die Stierkämpfe zu unterbinden.

Die derzeit geltende Gesetze, die Grausamkeiten gegenüber Tieren verbieten, taten das Ihrige, um ein ansehnliches Ergebnis durchzusetzen: AWAKE wurde vom  Polizeikommissar der Hauptstadt ermächtigt, den Stierkampf zu verhindern.

Während die Veranstalter damit drohten, sich über den Beschluß hinwegzusetzen, verzichteten sie am Ende doch darauf, den Polizeikräften zu trotzen und gaben auf.

 

Der Ausbreitung von Grausamkeiten ein Ende setzen

Während es in diesem Fall bedauerlicherweise nicht möglich war, die betroffenen Tiere zu beschlagnahmen, so konnte zumindest durchgesetzt werden, dass Stierkämpfe fortan in der kenianischen Hauptstadt verboten bleiben; zugleich wurden damit die künftige vermehrte Aufzucht von  Kampfbullen – und damit auch die beschriebenen Transporte – ihres Hauptanreizes beraubt.

Nick de Souza – der Regional-Manager von WSPA Africa – kommentiert den Fall wie folgt: “Für den Tierschutz war es ein entscheidendes, ein durchschlagendes Ergebnis. Der Kampf wurde gestoppt, noch bevor er begonnen hatte, was den Stieren manch schlimme Qualen ersparte und - was noch wichtiger war -  es war das Zusammenwirken der Tierschutzorganisationen mit ihrer eindringlichen   Botschaft an das Bewusstsein der kenianischen Öffentlichkeit, dass nämlich Tiere empfindungsfähig sind und unter dem Schutze des Gesetzes stehen.”

 

Lasst uns Tiere weltweit schützen

Kenias Tierschutzgesetzen und der Bereitschaft, sie auch durchzusetzen, ist es zu verdanken, dass diesem blutigen Geschehen Einhalt geboten werden konnte. Doch gibt es solche Gesetze nicht in allen Staaten, und es existiert auch kein internationales Übereinkommen, das die Wichtigkeit des Tierschutzes anerkennt.  

Bitte, schließen Sie sich unserer Kampagne der „Allgemeinen Tierschutzerklärung“ (UDAW – Universal Declaration on Animal Welfare) zugunsten eines weltweiten Tierschutzes  an.

 

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