Oct 30, 2008

In diesem Monat fand eine Konferenz in Kairo statt, auf der die Zusammenhänge zwischen dem Islam, dem Tierschutz und Ferntransporten von Schlachttieren dargelegt wurden. Die Debatten zeigten, dass der grausame und unnötige Handel mit lebenden Tieren zunehmend zur öffentlichen Diskussion wird.
Das zweitägige Treffen zum Thema „Die islamischen Prinzipien im Hinblick auf Tiertransporte und Schlachtung" wurde von der Tierschutzorganisation Egyptian Society of Animal Friends organisiert und durch die WSPA im Rahmen der Kampagne „Handle with Care“ unterstützt.
Die Konferenz bestand aus verschiedenen Vorträgen und Workshops. Thematisiert wurden Schlachthöfe, die Auswirkungen der Transporte auf Tiere und die internationalen Leitlinien der Weltorganisation für Tiergesundheit (World Organization for Animal Health, OIE), deren eigene Konferenz in Ägypten an einigen dieser Themen anknüpfte.
Die Prominenz der Referenten brachte zum Ausdruck, wie ernst die Debatte in dieser Region genommen wird. Zu den Referenten zählten drei Scheichs aus der renommierten Al-Ahzar Universität, Prof. Dr. Nasser Farid Wasef, ehemaliger ägyptischer Mufti (islamischer Rechtsgelehrter im führenden wissenschaftlichen Büro des Landes), der jordanische Minister für religiöse Angelegenheiten und Ihre Königliche Hoheit Prinzessin Alia Al-Hussein.
Die jordanische Prinzessin sagte: „Ich fordere die arabischen Länder auf, Gesetze einzuführen, die mit islamischen Werten vereinbar sind. Der Islam erkennt Tiere als fühlende Lebewesen an und verurteilt Grausamkeiten bei der Schlachtung."
Ihre Äußerungen gab die Fatwa wieder, ein islamisches Rechtsgutachten, dass von Dr. Mohammed Sayed Tantawi von der Grand Sheik Al-Ahzar Universität erstellt worden war. Darin erklärte er, dass die Grausamkeiten von Ferntransporten und schlechte Praktiken bei der Schlachtung den Lehren des Korans widersprechen.
Am Ende der Konferenz waren sich die Delegierten einig, dass sich im Grunde die Lehren des Korans und die international vereinbarten OIE-Leitlinien für den Transport und die Schlachtung von Tieren mit den selben Werten befassen. Dies stellt eine solide Grundlage für die Kampagne „Handle with Care“ dar, auf die alle aufbauen können.
Die Konferenzteilnehmer befürworteten außerdem weitere Alternativen, die es zum Transport von lebenden Tieren gibt. Diese Alternativen finden jetzt schon in der Region immer mehr Anklang: Beispielsweise bevorzugt die ägyptische Armee die Lieferung von gefrorenem Fleisch, nicht zuletzt wegen seinem unkomplizierten Transport.
Sofia Parente von der WSPA: „Viele Länder aus der Region importieren bereits gefrorenes und gekühltes Fleisch, wie zum Beispiel aus Australien. Wir sehen zuversichtlich in die Zukunft, wenn der Transport von lebenden Tieren schrittweise durch alternative Wege ersetzt wird.“
Die Einfuhrsperre von lebenden Tieren aus Syrien aufgrund verschiedener Tierkrankheiten wurde ebenfalls als Grund aufgeführt, warum der Import von ausschließlich lebenden Tieren unklug ist.
Das abschließende Ergebnis der Konferenz kam in Form eines finalen Statements der Al-Ahzar Universität. In Anbetracht weitverbreiteter Grausamkeiten an Tieren in vielen islamischen Ländern fordert sie für die Zucht, den Transport und die Schlachtung von Tieren humane Voraussetzungen. Diese sollten im Einklang mit den Lehren des Korans sein, die sich für Mitgefühl und Güte gegenüber Tieren ausspricht.
Zusammenfassend sagte Frau Parente über die Konferenz: "Die WSPA ist sehr erfreut darüber, dass sich so viele Stimmen gegen die Grausamkeit von Ferntransporten und gegen schlechte Schlachtungsmethoden aussprechen. Das führt dazu, dass das Bewusstsein über alternative Handlungsmethoden wächst."
Die WSPA ist Mitglied der „Handle with Care“ Koalition.
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