Nov 17, 2008

Während sich die japanische Walfangflotte darauf vorbereitet, in den nächsten Tagen in den südlichen Ozean in das Schutzgebiet der Wale zur Jagd auszulaufen, erhält die WSPA Welttierschutzgesellschaft vom japanischen Institut für Wal-Forschung Beweise dafür, daß es unmöglich ist, auf See einen Wal zielgenau tödlich zu treffen.
Es ist nicht die Aufgabe der WSPA, die Legitimität der Story eines Anti-Waljagd-Aktivisten zu kommentieren, auf den geschossen worden sei, und die von "Animal Planet" mit dem Titel "Wal-Kriege" weltweit verbreitet wurde. Wir waren jedoch sehr an der Pressemitteilung des offiziellen japanischen "wissenschaftlichen" Gremiums zum Thema Walfang, dem Institut für Walforschung, interessiert, die als Antwort auf die Fernseh-Serie, die in den USA zu Beginn letzter Woche startete, veröffentlicht wurde.
Das Institut verneint, dass auf einen Aktivisten auf Deck des Schiffes "Sea Shepherd" (Hüter des Meeres) geschossen worden sei, mit der Begründung, eine solche Tat läge außerhalb ihrer Möglichkeiten:
"Es wäre außerordentlich schwierig, einen gezielten Schuß auf jemanden aus einer Entfernung von ungefähr 150 Metern abzugeben, wenn sowohl der Schütze als auch das Ziel sich auf einer bewegenden Plattform befindet, schlechte Wetterbedingungen (Wind und Gischt) herrschen, und wenn sich das Ziel auf einer mit Menschen gefüllten Brücke befindet."
Claire Bass, Internationale Managerin der WSPA Meeressäuger-Programme, sagt dazu:
"Die WSPA ist höchst erfreut darüber, daß das Institut für Wal-Forschung jetzt endlich unsere Meinung teilt, daß der Walfang eine planlose Tätigkeit darstellt, die mehr auf Glück als auf Vernunft basiert. Es sieht so aus, daß sie weder Menschen noch Wale gezielt erschießen können, aber mit Sicherheit haben sie ihre eigenen Argumente über das "humane" Töten von Walen mit diesem Zitat eliminiert."
"Es gibt einfach keine humane Art, Wale auf See zu töten. Von den fast tausend Walen, die Japan in den nächsten zwei Monaten abschlachten wird, werden nur ungefähr 40 Prozent innerhalb der ersten 10 Sekunden sterben – das bedeutet, daß mehr als 600 Wale durch grauenvolle Verletzungen durch Harpunen leiden werden, viele mehr als eine Stunde lang. Dieses grausame Abschlachten mag nicht vor unseren Augen passieren, aber definitiv nicht ohne unser Wissen: Die internationale Gemeinschaft verlangt das Ende dieser veralteten und unnötigen Vorgehensweise."
Japan beabsichtigt, bis zu 935 Minkwale (Zwergwale) und 50 Finnwale zu töten. Gerade in dem Moment, wo die Flotte in die Antarktis ausläuft, um die diesjährige Jagd zu beginnen, und das, obwohl fast 2.000 Tonnen unverkäufliches gefrorenes Walfleisches in Kühlhäusern lagern, die von früheren Jagden stammen, und obwohl die Nachfrage in Japan nach Walfleisch sinkt.
Claire fügt hinzu: "Die japanische Flotte verläßt die Häfen, bewaffnet mit circa einer halben Tonne Sprengstoff beladen und ausgestattet mit einer Einkaufsliste von fast eintausend Walen. Daß dies eine zivilisierte Gesellschaft als eine akzeptable Art und Weise betrachtet, ein empfindungsfähiges Säugetier so zu töten, ist unglaublich. Es ist Zeit, daß Japan dieses brutale Vorgehen in die Geschichtsbücher verbannt."
Die ersten Wale werden vermutlich sterben, während das IWC, die Internationale Walfang-Kommission, ein vermittelndes Treffen in Cambridge, England, abhält, um über die Zukunft der Organisation zu entscheiden. So, wie jeder Walfang, ist der von Japan so genannte "wissenschaftliche Walfang" von Natur aus grausam, da die sofortige Tötung unmöglich zu garantieren ist, und die Wale einen langsamen und schmerzhaften Tod erleiden.