Jun 18, 2009

Mehr als 67.600 Menschen aus über 63 Ländern haben die WSPA-Petition No Deal On Cruelty bisher unterzeichnet. Sie wurde beim 61. Treffen der International Whaling Commission (IWC) präsentiert. Ihr Ziel: Die IWC dabei zu stoppen, den Küstenwalfang in Japan zu unterstützen.
Mitglieder des Whalewatch-Netzwerks sind unterdessen dabei, die Petition den Regierungen der IWC-Mitgliederstaaten vorzustellen. Diese werden letztendlich darüber entscheiden, ob Japan eine Wiederaufnahme des Küstenwalfangs gewährt wird. Über 750 Zwergwale wären von dieser neuen Regelung in den kommenden 5 Jahren bedroht.
Das Abkommen wird von der IWC als Ausgleich-Handel betrachtet, der Japan dazu bringen soll, den Walfang im Rahmen des so genannten „wissenschaftlichen Walfangs“ – der allzu oft für zweifelhaft herangezogen wird – zu reduzieren. Nächste Woche wird bei der Versammlung der IWC über das Küstenwalfang-Abkommen abgestimmt.
Trotz des Abkommens ist Japan nicht verpflichtet, die Fänge zu reduzieren. Bisher war die Rede davon, den Walfang lediglich um 29 Tiere zu reduzieren. Korea hat bereits deutlich gemacht, dieselben Zugeständnisse wie Japan einzufordern, würde dem Land der Walfang in Küstengebieten erlaubt – eine unvermeidbare Folge des Abkommens, die zu einer noch größeren Bedrohung der Wale an den Küsten führen wird.
„Millionen Menschen weltweit sind dafür, diese grausame und unnötige Praxis endlich zu stoppen –dennoch beschäftigt sich die IWC mit diesem fragwürdigen Abkommen, das das Walfangverbot offensiv unterwandert“, so Claire Bass, Leiterin der Meeressäugetierprogramme der WSPA. „Die IWC bewegt sich auf sehr dünnem Eis, denn ein solches Abkommen wäre ein gefährlicher Präzedenzfall, der den Weg für die weltweite Wiederaufnahme des Walfangs in Küstengebieten frei machen würde“, so die Tierschützerin weiter.
Seit das Moratorium gilt, haben Walfangnationen über 1.700 Wale getötet – was deutlich macht, wie sehr der Einsatz für die Wale hinter dem kommerziellen Gewinn zurücksteht. Die WSPA glaubt, dass eine Fortführung der Verhandlungen mit Japan im Zuge des zweifelhaften Ausgleich-Handels eine Zeit- und Ressourcenverschwendung für die IWC wäre.

Alle Nichtregierungsorganisationen (NGO), die sich für Wale einsetzen, sind sich einig: Die IWC scheint die Zukunft des Walschutzes völlig aus den Augen verloren zu haben. Obwohl insgesamt nur drei Länder den kommerziellen Walfang betreiben wollen, ist die „Zukunftsinitiative des IWC“, in deren Rahmen auch der Entwurf des Japan-Abkommens entstanden ist, nahezu ausschließlich auf die Forderungen dieser drei Länder ausgerichtet. Dabei gerät das Whale-Watching, das in mehr als der Hälfte der Mitgliedsstaaten des IWC jährlich 1,25 Milliarden Dollar bringt, völlig ins Hintertreffen. Auch anderen wichtigen Aufgaben schenkt die „Zukunftsinitiative des IWC“ nur wenig Beachtung: Der Schutz der Wale vor zunehmend starken Gefahren wie Klimawandel, Umweltverschmutzung, Zusammenstößen mit Schiffen und „Beifang“ in Fischernetzen wird stark vernachlässigt.
Claire Bass findet klare Worte: „Es wird immer deutlicher, dass der Kampf gegen kommerziellen Walfang innerhalb der Walfangnationen ausgetragen und gewonnen werden muss, und nicht innerhalb der IWC."