Jul 31, 2009

Ein asiatischer Schwarzbär, der illegal auf einer Bärenfarm gehalten wurde, befindet sich dank des von der WSPA gegründeten Mikrochip- und Überwachungsprogramms heute auf dem Weg in ein Schutzgebiet.
2005 verbot die vietnamesische Regierung, Bären auf Farmen die Galle zu entnehmen und untersagte den Handel mit Galleprodukten. Dies war ein bedeutender erster Schritt, um diese unnötige Industrie für immer still zu legen.
In den folgenden zwei Jahren setzte die WSPA zusammen mit Wildlife at Risk den Farmbären Mikrochips ein, um eine Identifizierung der Tiere zu ermöglichen. Dank der neuen Gesetze muss die mit Mikrochips versehene Bärenpopulation nicht länger unter der schmerzhaften Gallenentnahme leiden.
Dieser männliche Bär, der auf einer kleinen Farm in Yen Bai vom Amt für Waldschutz (Forest Protection Department, FPD) gefunden wurde, gehörte nicht der Bärenpopulation an, die durch einen Mikrochip geschützt ist. Anhand der von der WSPA gegründeten Überwachungsprogramme entdeckte das FPD, dass der Bär keinen Mikrochip besaß und somit nach dem 2005 erlassenen Gesetz eingeführt worden sein musste.
Laut vietnamesischer Gesetzgebung kann jeder entdeckte, illegal gehaltene Bär von der Regierung abgeholt und in eine Rettungsstation gebracht werden. Die Stationen werden entweder vom Staat selbst oder von sozialen Organisationen wie beispielsweise der Animals Asia Foundation (AAF) und Free the Bears geführt.
Da es dem Schwarzbären nach seiner Gefangenschaft in einem winzigen Käfig nicht mehr möglich ist, sich wieder der Wildnis anzupassen, wurde er der Obhut der AAF übergeben. Dort wird der 130 kg schwere Bär in der Rettungsstation Tam Dao ein neues Zuhause finden.
Die aktuelle Rettung des Bären verdeutlicht das langfristige Engagement der WSPA-Unterstützer, um der Bärenzucht in Vietnam ein Ende zu setzen.

Chris Gee, der Leiter der WSPA-Kampagne gegen Bärenfarmen sagte: „Ich bin sehr erfreut, dass das FPD im Fall von Yen Bai entschieden gehandelt hat.“
Den Besitzer der Farm von Yen Bai erwartet nun eine Geldstrafe von 10 Millionen vietnamesischen Dong (rund 400 Euro). Für vietnamesische Verhältnisse ist dies eine hohe Strafe und zudem eine Abschreckung für andere Farmer.
Gee erklärt weiter: „Die Tatsache, dass dieser Bär gerettet und der Besitzer mit einer Geldbuße bestraft wurde, vermittelt eine klare Botschaft an alle Farmer, die den Kauf eines wilden Bären in Betracht ziehen. Doch traurigerweise wissen wir, dass dies nicht der einzige eingesperrte Bär ist, den wir auf einer Farm finden werden.“
Obwohl sich die Regierung für den Abbau der Bärenzucht einsetzt, müssen die bestehenden Gesetze in Vietnam noch stärker geltend gemacht werden. Denn trotz des Verbots hat es wiederholt Berichte über weitere Gallenentnahmen von gefangenen Bären gegeben.
Neben der Zusammenarbeit mit dem nationalen FPD hat sich die WSPA mit einer weiteren örtlichen Organisation, der Education For Nature Vietnam (ENV) zusammengetan. Ziel ist es, ein wirksames Modell zu entwickeln, um die Überwachung von Farmen in jeder Provinz des Landes zu ermöglichen.
Mit Unterstützung der WSPA ermutigt die Organisation ENV die vietnamesische Bevölkerung, illegale Werbung für Bärengalle zur Anzeige zu bringen und sammelt öffentlich Stimmen gegen die Verwendung von Bärengalle.
Werbung, die noch vor fünf Jahren üblich war, sieht man heute nur noch sehr selten und Berichte der ENV belegen die starke öffentliche Zustimmung, den grausamen Handel zu beenden.
„Nicht alle Bärenfarmer haben realisiert, dass ihrer Industrie ein Ende gesetzt wird. Doch die WSPA freut sich, die schnelle und umfassende Arbeit der Behörden in Vietnam unterstützen zu können. Ich hoffe, dass andere Provinzen diesem Beispiel folgen werden und sich gegen den Erwerb von Bären entscheiden werden, um ihnen ein Leben in Leid zu ersparen“, erklärt Gee.