Jun 18, 2009

Seit Sonntag, dem 14. Juni, begleitet die WSPA eine Gruppe verwaister Bobobos auf ihrer historischen Reise zurück in die Wildnis. Diese Reise in ein entlegenes Gebiet der Demokratischen Republik Kongo ist bisher der erste Versuch, diese uns am nächste verwandte Affenart wieder in ihren natürlichen Lebensraum zu überführen.
Die Affen wurden bisher von unserer Mitgliedsorganisation Les Amis des Bonobos (ABC) im Schutzzentrum Lola ya Bonobo in der Demokratischen Republik Kongo betreut und untergebracht – ein Projekt, das WSPA mit aufgebaut hat und seitdem unterstützt.
Bonobos werden Opfer der Zerstörung ihres Lebensraumes sowie des Wildtierfleisch- und Tierhandels. Die zurückgelassenen Jungen werden für den Tierhandel verkauft.
Einige der Tiere haben das Glück, von Wilderern gefunden und von den örtlichen Behörden anschließend nach Lola ya Bonobo gebracht zu werden.
Die Mitarbeiter von ABC bieten nicht nur Schutz, sie zeigen auch im Rahmen ihrer Aufklärungsarbeit auch auf, welche Bedeutung wild lebende Tiere haben. Ihre Ziel ist es, die Bonobos zu schützen, ihnen Sicherheit, Pflege und Zuweisung zu garantieren.

Dave Eastham, der Wildlife-Projektleiter von WSPA, über die Bedeutung dieser Arbeit: „Zum ersten Mal werden Bonobos nach ihrer Zeit in Gefangenschaft in ihren natürlichen Lebensraum zurückkehren. Das ist das Ergebnis einer jahrelangen Arbeit der Mitarbeiter von Lola ya Bonobo und die WSPA ist stolz darauf, das Projekt mit tiermedizinischer Ausstattung und Fachwissen unterstützt zu haben, um diesen intelligenten Menschenaffen ein Leben in der Wildnis zu ermöglichen.“
Im Zentrum Lola ya Bonobo erlernen die Affen die Fähigkeiten, die sie zum Überleben benötigen werden. Dazu zählen die Nahrungssuche und ihre Integration in Gruppen. Die Affen, die sich am wahrscheinlichsten wieder in ein Leben in der Wildnis einfinden können und gute Überlebenschancen bestehen, wurden für die erste Gruppe freizulassender Affen ausgewählt.
In den nächsten Tagen, bevor sie ihre Reise in ein entlegenes Waldgebiet antreten, wird Nick de Souza der WSPA, leitender Tierarzt des Projekts, die Affen untersuchen. Er wird sie auf ihrer Reise begleiten, um ihren gesundheitlichen Zustand zu überwachen.
Bereits 2008 wurde begonnen, Anlagen auf der rechten Uferseite des Lopori-Flusses einzurichten, um die Bonobos bestmöglich zu versorgen und sie dann freizulassen.
Hier sehen Sie die Affen bei ihrem Abschied vom Tierschutzzentrum und ihren Pflegern >>

Dieses Projekt bedeutet nicht nur für die Tiere, die freigelassen werden, ein neues Leben. Der freigewordene Raum im Tierschutzzentrum bietet Platz für die Aufnahme weiterer verwaister Bonobos, die nun ein Leben in Sicherheit, artgerechter Umgebung und in der Gesellschaft von Artgenossen erfahren werden können.
Das Wissen um solche Tierschutzeinrichtungen ermutigt die Behörden dazu, ihre Arbeit gegen Wilderer fortzusetzen, da sie sich darauf verlassen können, dass die von ihnen geretteten Tiere an einem schönen Ort untergebracht werden und sogar die Möglichkeit zur Rückkehr in ein Leben in der Wildnis besteht.