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Tausende von Hunden sterben bei sinnlosen Massentötungen

Jun 17, 2009

Die fehlgeleitete Angst vor Tollwut setzt Hunde unnötiger Grausamkeit aus.

Mehr als 36.000 Hunde wurden in Zentral-China aufgrund plötzlich auftretender Tollwutfälle getötet. Diese Kurzschlussreaktion ignoriert alle Befunde, wonach eine humane Impfung für Hunde und Bildungsprogramme für Menschen die einzigen wirkungsvollen Methoden sind, um die Verbreitung dieser potentiell tödlichen Krankheit zu verhindern.

Zum Leidwesen ihrer Besitzer fielen der wahllosen Tötungsaktion in Hanzhong in der Provinz Shaanxi sowohl Streuner als auch Haustiere, die in den Straßen aufgegriffen wurden, zum Opfer.

Die lokalen Behörden behaupteten, ein Impfprogramm für Hunde durchzuführen. Tatsächlich jedoch erreichte diese Aktion nur eine kleine Minderheit von Hunden. Ortsansässige wurden dafür bezahlt, Hunde totzuschlagen, in dem Glauben, dass dies eine Lösung gegen die Tollwut sei.

Diese Vorgehensweise findet bei der Mehrheit der chinesischen Bevölkerung keinen Rückhalt. Eine Online-Meinungsumfrage hat ergeben, dass mehr als 70 Prozent der Chinesen gegen die Massentötungen in Hanzhong sind.

 

Eine bessere Lösung für die Allgemeinheit

Das WSPA Büro in Peking drängt die chinesischen Behörden dazu, humane Methoden zur Bekämpfung von Tollwutfällen anzuwenden. Wir haben uns gegen die Massentötungen ausgesprochen und treffen uns mit der Zentralregierung und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) um Alternativen voranzutreiben, die nicht grausam sind.

Zusammen mit der WSPA und der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) argumentiert die WHO, dass das blindwütige Töten bewiesenermaßen kein effektives Mittel ist, um Hundepopulationen zu kontrollieren und Tollwut zu vermeiden.

Stattdessen befürwortet diese einflussreiche Organisation – die zusammen mit der WSPA humane Programme zur Verhinderung von Tollwut entwickelt hat – eine mitfühlendere Lösung für die Gesundheit der Tiere und Menschen.

Diese beinhaltetet eine umfassende und humane Strategie, in der die Schulung der Öffentlichkeit zur Vermeidung von Tollwut einhergeht mit verantwortungsvoller Haustierhaltung und einem Massen-Impfprogramm für Hunde.

Dr. Elly Hiby von der WSPA kommentiert: “Die WSPA hat mit vielen Partnern in vielen Gegenden in Asien, Afrika und Lateinamerika zusammengearbeitet, um humane und effektive Vorbeugung und Maßnahmen gegen die Tollwut durchzusetzen. Massentötungen bringen einfach nichts. Die Menschen wollen ihre Hunde behalten und beschützen und verstecken sie daher – in China ist dies nicht anders. Wenn die Behörden stattdessen mit den Besitzern zusammenarbeiten, um die Hunde zu impfen, dann wird ihre Hundepopulation immun gegen Tollwut sein, was letztendlich die Gesundheit der gesamten Gemeinde sichert.”

Durch das Ausrotten der Tollwut unter Hunden wären die Bewohner von Hanzhong geschützter vor dieser Krankheit, ohne dass die Tiere leiden müssten. Durch die ergänzende Aufklärung der Menschen wäre sichergestellt, dass diese Lösung auf Dauer ihre Wirkung zeigt.

 

Wenn auch für viele zu spät, bringt ein neues Gesetz doch Hoffnung

Experten haben kürzlich den Entwurf eines ersten Tierschutzgesetzes für China fertiggestellt; momentan wird es überarbeitet, bevor es der Regierung und dem Kongress vorgelegt wird.

In dem Gesetzesentwurf wird die Misshandlung von Tieren –  inklusive Massentötungen von Hunden –  für illegal erklärt. Sollte es verabschiedet werden, wäre es das erste Mal, dass der Gedanke von 'Tierschutz' in chinesischen Gesetzen auftaucht.

Die WSPA begrüßt diesen Schritt, ist jedoch besorgt über die Tatsache, dass kein Zeitplan für die Vorlegung des Gesetzes vorgesehen ist, welches ohnehin für Tausende Hunde viel zu spät kommt.

 

Was Sie tun können, um jetzt Hunden zu helfen

Um Ihre Besorgtheit um das Wohlergehen der Hunde in Hanzhong auszudrücken, können sie einen höflichen, persönlichen Brief an die chinesische Botschaft in Ihrem Land schreiben.

Drücken sie ihre Enttäuschung über die unmenschliche chinesische Aktion aus, und weisen Sie darauf hin, dass Hundetötungen als Mittel der Tollwutkontrolle von der WHO und der OIE als unwirksam erachtet werden.

Ihre respektvollen Briefe helfen der WSPA und anderen Tierschutzgruppen, die in China tätig sind. Denn sie lassen die chinesische Regierung wissen, dass die Welt sie beobachtet und darauf drängt, wirksame statt grausamer Methoden zum Schutz der öffentlichen Gesundheit anzuwenden.  

Lesen Sie mehr über die von der WSPA finanziell unterstützten Tierschutz-Programme für streunende Tiere in Sierra Leone und in Nepal.

 

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