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Dänemark sägt an Walfang-Standards

Jun 24, 2009

Dänemark steuert erneut auf eine erhöhte Quote für den Buckelwalfang zu.

Unter dem Banner der grönländischen Initiative des Walfangs zur einheimischen Lebenssicherung (aboriginal subsistence whaling – ASW) beantragte Dänemark beim Internationalen Treffen der IWC in Portugal die Erlaubnis zum Fang von 10 Buckelwalen jährlich. Die WSPA und weitere Organisationen fordern die USA und alle Staaten der EU dringend dazu auf, den Antrag abzulehnen.

Im letzten Jahr hatten die Mitgliederstaaten der International Whaling Commission (IWC) denselben Antrag bereits abgelehnt, nachdem verdeckte Ermittlungen der WSPA ergeben hatten, dass Fleisch aus dem ‚Walfang zur einheimischen Lebenserhaltung’ an Supermärkte weiterverkauft worden war.

Dänemark bringt mit dem abermaligen Erzwingen des umstrittenen Votums nicht nur den Schutz der Wale, sondern auch die gute Arbeitsatmosphäre ins Wanken, die bisher beim Treffen der IWC geherrscht hatte – und die für zahlreiche Einstimmigkeiten im Sinn des Walschutzes gesorgt hatte. Erneut wird Dänemark sich nun den Vorwurf gefallen lassen müssen, kulturelle Bedürfnisse vorzuschieben, um wirtschaftliche und politische Zwecke zu verfolgen.

 

Gegen die Spielregeln

Der Antrag Dänemarks auf eine höhere Walfangquote kann nicht nach den üblichen Standards der IWC geprüft werden, da er buchstäblich in letzter Minute gestellt wurde. Den Mitgliedsstaaten sowie dem technischen Ausschuss der IWC wird so die Möglichkeit genommen, eine fundierte Einschätzung vornehmen zu können. Sollte der Antrag dennoch bewilligt werden, würde ihn das Gütesiegel der IWC gegen weitere Anfechtungen durch Umwelt- und Tierschützer immunisieren.

Die WSPA, die Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS), Humane Society International (HSI) und das Animal Welfare Institute (AWI) zeigen sich besonders beunruhigt über den Antrag, da er:

  • auf unzureichenden, widersprüchlichen und ungesicherten Daten basiert
  • die klaren Grenzen von kommerziellem und kulturell erforderlichem Walfang verwischen würde 
  • keine überzeugende Aussage über die zu erfüllenden Bedürfnisse vorlegt
  • und damit die entscheidende Begründung für eine Aufstockung der Walfangquote vermissen lässt.

 

Gemeinsam dagegen halten

Eine Zulassung des Antrags würde einen gefährlichen Präzedensfall setzen und die hohen Standards der Organisation in Zukunft verwässern. „Wenn dieser Antrag angenommen wird, müsste der IWC zukünftig jede wissenschaftliche Verantwortlichkeit und Verlässlichkeit im Hinblick auf professionelle Abläufe abgesprochen werden. Um weiterhin als ernsthafter Partner bei Verhandlungen wahrgenommen zu werden, sollte man sich hüten, solch ein Zeichen zu setzen. Dänemark steht die Möglichkeit offen, im nächsten Jahr innerhalb einer vernünftigen Frist und mit fundierten Informationen zur Begründung des Antrags erneut an die IWC heranzutreten“ – so Claire Bass, Managerin des WSPA-Programms für Meeressäugetiere. 

WSPA, WDCS, HSI und AWI fordern die EU und die USA auf, zusammen für die weitere Gewährleistung der hohen Standards der IWC einzustehen.

 

Den ‚wissenschaftlichen’ Walfang stoppen

Olympiasiegerin Leisel Jones stellt Australiens Umweltminister Peter Garrett die öffentliche Meinung zum Walfang vor.

Die Olympiasiegerin und WSPA-Unterstützerin Leisel Jones hat sich derweil dafür ausgesprochen, dass Walforschung immer auf Beobachtung in freier Wildbahn und humanen Techniken beruhen sollte. Sie macht sich für ein Ende des so genannten ‚wissenschaftlichen’ Walfangs stark. Bei einer Pressekonferenz am 23. Juni überreichte sie über 15.000 Unterschriften ihrer Landsleute an den Australischen Umweltminister Peter Garrett. „Der unvorstellbare Schmerz und das Leid, das die Tiere beim Walfang erleiden, kann von den betreibenden Nationen nicht verleugnet werden. Genau dies ist der Grund, warum sich die Australier so vehement gegen den Walfang aussprechen“, betonte die Sportlerin. Ihr Anliegen traf auf Zustimmung: „Australien tritt dafür ein, dass jedes Forschungsvorhaben über Wale von nachweisbarem wissenschaftlichem Wert sein muss und nur auf ethisch vertretbare, humanste Weise durchgeführt wird“, so der Umweltminister.

In ihrem Einsatz gegen den Walfang sind die Australier nicht allein. Auch eine sehr erfolgreiche internationale Petition wurde beim diesjährigen Treffen der IWC vorgestellt – über 67.000 Menschen hatten darin mit ihrer Stimme gegen den ungerechtfertigten Walfang protestiert.

 

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A minke whale, copyright Matt Curnock