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Feature: Beobachtet die Wale, statt Jagd auf sie zu machen!

Jul 18, 2009

Terry Nutkins mit Crew-Mitgliedern von Sea Life Surveys

Vertreter der WSPA und der renommierte Naturwissenschaftler Terry Nutkins starteten einen ethischen Walbeobachtungstrip vor der Isle of Mull. Sie wurden von Experten der Sea Life Surveys – einem Mitglied der gemeinnützigen Tierschutzorganisation Wild Scotland begleitet. Ziel war es, aufzuzeigen, dass es nachhaltiger und vorteilhafter ist, diese imposanten Meeressäuger zu schätzen und zu schützen, statt sie zu jagen.

Die Minkwale, die in den schottischen Küstengewässern zuhause sind, werden durch die alljährlich im April stattfindende norwegische Waljagd bedroht. Norwegen hat einer Fangquote von 885 Minkwalen für 2009 zugestimmt; in diesem Jahr liegt die Zahl der getöteten Wale derzeit bei über 150.

 

Walbeobachtung – ein florierendes Geschäft

Die WSPA ist davon überzeugt, dass das Beobachten von Walen für Land und Gemeinden weitaus einträglicher ist als es der Walfang sein kann. Untersuchungen zum Wachstum dieser mittlerweile weltweiten Tourismusbranche gehen von Geschäftsumsätzen in Höhe von rund 1,25 Milliarden US-Dollar aus – Einnahmen, die mehr als 10 Millionen Menschen in über 90 Ländern jedes Jahr zu Gute kommen. 

Für Schottland hat der letzte Walbeobachtungsbericht  aus dem Jahr 2001 ergeben, dass von einem Jahresumsatz um die 7,8 Millionen Pfund Sterling ausgegangen werden kann; seither hat sich die Zahl der schottischen Bootbetreiber für Öko-Touren verdoppelt. 

 

Den Schutz der Wale garantieren

Caroline Warburton von Wild Scotland und Terry Nutkins im Gespräch über die hoffnungsvolle Zukunft der schottischen Wahlbeobachtungsunternehmen.

Die WSPA hat die Internationale Walfangkommission (IWC) aufgefordert, sich für die Entwicklung und Förderung internationaler Standards einzusetzen, die für alle Walbeobachtungsunternehmen gleichermaßen gelten sollen. Derzeit kann praktisch jedermann ein Unternehmen dieser Art ins Leben rufen. Deshalb ist es wichtig, dass die Eigentümer solcher Tourenboote über das nötige (Fach-)Wissen verfügen, um Exkursionen dieser Art durchführen zu können. Charterbetriebe, deren „Best Practice“-Prädikat auf gutes Fachwissen schließen lässt, tragen zu erhöhten Standards bei.

Caroline Warburton, Manager des Ethischen Tourismusverbandes Wild Scotland, beschreibt die Situation wie folgt: „Schottland bietet Walen und Delphinen einen wichtigen Lebensraum. Für viele Menschen sind Walbeobachtungstouren heute zu einer wichtigen Existenzgrundlage geworden. Hier hat sich eine verantwortungsvoll dargebotene Tourismusattraktion zu einer echten Alternative auf dem Arbeitsmarkt entwickelt, und deshalb sind wir auch dabei, wenn die WSPA an die IWC appelliert, der Praxis des Walfangs ein Ende zu setzen.“

Der allseits beliebte und hoch geschätzte TV-Moderator von Programmen wie „Animal Magic“  und „Really Wild Show“, Terry Nutkins, Gastgeber des kürzlich ausgestrahlten BBC3-Programms „My Life as an Animal“, meint: „Wenn man diese herrlichen Geschöpfe in der freien Natur beobachten kann – speziell in solch grandioser Umgebung – dann ist es eine Schande, zuzusehen, wie diese Tiere um des Geldes willen gejagt werden. Mit etwas Einfühlungsvermögen könnten Länder wie Norwegen einen höheren Gewinn erzielen, wenn sie vermehrt auf Walbeobachtung als Industriezweig setzten würden… anstatt auf Walfang.“

 

Auch Norweger besorgt um Schutz der Wale

In der norwegischen Öffentlichkeit scheint man zunehmend besorgt darüber, was bestimmte grausame Aspekte des Walfangs anbelangt. Die WSPA und zwei norwegische Mitgliedsorganisationen  (Dyrebeskyttelsen Norge und NOAH–for dyrs rettigheter) führten im April dieses Jahres eine Meinungsumfrage durch. Sie ergab, dass jeder dritte Norweger die Meinung vertritt, wonach Norwegen den kommerziellen Walfang nach und nach – im Interesse des Tierschutzes – einstellen sollte.

Im Zuge derselben Umfrage gaben lediglich 6% der befragten Norweger zu Protokoll, dass sie regelmäßig Walfischfleisch auf ihrem Speiseplan hätten. Leah Garcés – Kampagnenleiterin der WSPA International – erklärt: „In Norwegen verstößt es gegen das Gesetz, wenn jemand einen lebenden Fisch am Haken lässt. Wale werden indes nach wie vor mittels Harpunen, an denen sich ein Explosivkopf befindet, getötet. Für ein Land, das sich andrerseits bei den meisten Tierschutzfragen als fortschrittlich erwiesen hat, ist es äußerst traurig, dass man für den Schutz der Wale offenbar kein Auge hat. Sicherlich sollten alle Tiere gleichermaßen tiergerecht behandelt werden.”

Wale werden gewöhnlich mit Harpunen getötet, deren Explosivköpfe im Körper der Tiere detonieren. Nach norwegischen Angaben dauert es zwei bis drei Minuten bis der Tod eintritt, wenngleich sich dieser Prozess für manche Wale auch bis zu einer Stunde hinziehen mag – eine Grausamkeit, die so nicht hingenommen werden kann.

 

Lasst uns die Walfangländer überzeugen, dass Walbeobachtung eine starke Initiative ist.

Terrys Vorschlag wäre: „Die Menschen sollten ihre Unterstützung für die Wale und ihr Wohlergehen in ihrem nächsten Urlaub demonstrieren. Sie sollten sich einem ethischen Walbeobachtungstrip anschließen. Ich für meinen Teil hatte eine super Zeit in Schottland!"

VisitScotland, eine nationale Tourismusorganisation Schottlands, betrachtet die ethischen Walbeobachtungstouren als eine in der Tat großartige Einnahmequelle für das Land. Philip Riddle – Geschäftsführer von VisitScotland –  meint: „Es ist uns eine besondere Freude, das wir die WSPA Welttierschutzgesellschaft bei ihrer Fürsorge dieser wunderschönen Tiere unserer Heimat unterstützen können. Während der Sommermonate  ist gerade Schottland der ideale Ort, von wo aus Minkwale in ihrem ureigensten Lebensraum erlebt  werden können. Diese atemberaubenden Geschöpfe wurden in den küstennahen Gewässern rund um Schottland gesichtet, etwa im Bereich des Fife Coastal Path an der  schottischen Ostküste und dann weiter bis hinauf zu den prachtvollen Äußeren Hebriden  im Nordwesten. Es gibt mittlerweilse viele professionelle Meeres- und Naturschutzunternehmen, wie die Sea Life Surveys, die Sie auf Ihrem Entdeckungstrip gern begleiten."

Mehr zur Arbeit von Wild Scotland >> * 

Schauen Sie bei Visit Scotland vorbei >> *

 

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A minke whale, copyright Matt Curnock