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Undercover-Filmmaterial über Bärenkämpfe enthüllt Korruption

Aug 3, 2009

 

Erschütterndes Filmmaterial der WSPA-Mitgliedsorganisation Bioresource Research Center (BRC) zeigt Bärenkampf-Veranstaltungen in der Region Punjab in Pakistan und führt zu Ermittlungen gegen Wildhüter wegen Korruption.

Über zwei Jahre hat das Punjab Wildparkministerium geleugnet, dass Bärenkämpfe auf ihrem Gebiet stattfinden. Es verbot dem BRC weitere verdeckte Ermittlungen über diese illegalen Aktionen durchzuführen.

Die Falschinformation und das Leugnen des Ministeriums drohten die Bärenschutzarbeit zu unterlaufen. „In den vergangenen Jahren haben die Wildparkbeamten häufig unsere Informationen über Bärenkämpfe ignoriert. Deshalb waren unsere Bemühungen, diese Veranstaltungen zu stoppen, manchmal nicht sehr erfolgreich”, erklärt Dr. Fakhar-i-Abbas, der Geschäftsführer des BRC.

Dennoch gelang es der Organisation seit Januar 2008 insgesamt 135 von 172 bekannt gewordenen Bärenkampf-Veranstaltungen zu verhindern. Dies schützte sowohl die Bären, als auch die eingesetzten Hunde. 

Die Strategie des BRC hat die weitere Abnahme der Bärenkämpfe zum Ziel. Dazu setzen sie auf eine Aufklärung der Menschen, die Entwicklung alternativer Lebensunterhaltsprogramme für Bärenkampfveranstalter sowie eine Zusammenarbeit mit den örtlichen Moscheen. Um seine Ziele zu erreichen, braucht das BRC handfeste Beweise, die belegen, dass das Tierschutzproblem weiterhin existiert. 

 

Unwiderlegbare Beweise

Dieses Bild wurde bei einem Bärenkampf im Juli 2009 in Sahiwal, Punjab, aufgenommen.

Der Schwerpunkt des BRC liegt in der Verhinderung der gewalttätigen Zusammenstöße zwischen Bären und Hunden. Deshalb haben sie getarnt an einem Bärenkampf teilgenommen, um unwiderlegbare Beweise zu erhalten, dass dieser blutige „Sport“ auch weiterhin praktiziert wird.

Die am 17. Juli 2009 aufgenommenen Bilder zeigen klar und deutlich, wie Hunde auf angebundene Bären gehetzt werden. Es ist wahrscheinlich, dass die Zuschauer Wetten platziert haben, und das, obwohl Grausamkeit gegen Tiere im Islam ausdrücklich verboten ist.

Sogar das BRC, das schon viele Erfahrungen mit Bärenkämpfen machen musste, war schockiert, wie jung einer der Bären war.

Der Versuch, die Bären während oder unmittelbar nach dem Bärenkampf zu retten, ist gefährlich – denn die Menschen mit Interesse am Profit aus den Bärenkämpfen sind oft bewaffnet. Obwohl die Polizei bei dieser Veranstaltung anwesend war, ignorierte sie eine Durchsetzung des Tierschutzgesetzes. 

Stattdessen steht das BRC in Kontakt mit den Eigentümern der Bären, um ihnen die Möglichkeiten eines alternativen Lebensunterhalts nahezulegen, mit der Hoffnung, dass die Tiere letztendlich gerettet werden können. Diese Taktik funktioniert: Allein in den letzten 18 Monaten konnten mehrere Eigentümer überzeugt werden, 19 Bären von den Qualen der Hatz zu befreien.

Diese Bären leben jetzt im Kund Bärenreservat, gegründet von WSPA-Unterstützern. Bei einem Besuch im März lobte der pakistanische Umweltminister die Rettungsstation.

 

Hindernisse für den Bärenschutz beseitigen

Das Filmmaterial wurde in der pakistanischen Daily Times veröffentlicht. Das soll helfen, den Schaden, den das Wildparkamt in Punjab durch sein fragwürdiges Handeln angerichtet hat, zu begrenzen.

Außerdem sehr wichtig: Das Beweismaterial hat die Behörden veranlasst, die Verbote des Wildparkamts gegen das BRC zurückzuziehen und die verantwortlichen Beamten und Führungskräfte zu suspendieren. Der Anti-Korruptions-Rat der Provinz wird den Fall nun prüfen.  

Dr. Jan Schmidt-Burbach von der WSPA, Leiter der tierärztlichen Programme für Wildtiere, sagt: „Die jüngsten Entwicklungen zeigen die Effizienz der verdeckten BRC-Arbeit, indem sie einen Fall von Korruption auf Bezirksebene enthüllt haben. Es ist zu hoffen, dass die zuständigen Naturschutzbehörden jetzt besser kooperieren, um diese grausamen Praktiken zu beenden.”

Pakistan ist das einzige Land weltweit, in dem noch Bärenkämpfe veranstaltet werden. Mit Ihrer Unterstützung wollen die WSPA und das BRC die Bärenkämpfe, sowie den damit verbundenen Hundemissbrauch, bis 2012 komplett beenden.

 

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