Die Stärke der Petition: Handle with Care wird von der EU willkommen geheißen

Mar 10, 2009

In der vergangenen Woche hat die EU-Gesundheitskommissarin Androulla Vassiliou erklärt, dass es ihr Ziel sei, Gesundheit und Wohlergehen von Tieren, die über große Entfernungen transportiert werden, künftig besser zu schützen, indem sie für die korrekte Durchsetzung der einschlägigen EU-Verordnungen Sorge tragen wolle.

Bei ihrer Rede anlässlich der Überreichung von 152.557 Unterschriften – gesammelt im Rahmen unserer Handle-With-Care-Kampagne erklärte die Kommissarin, dass sie die Meinung der Antragssteller teilt, wonach der korrekten Umsetzung der EU-Gesetze absolute Priorität eingeräumt werden muss.

 “Ich habe mein Kabinett aufgefordert, dieses Problem als vordringlich zu behandeln, damit eine entsprechende Entscheidungsfindung seitens der Kommission noch in den kommenden Monaten erfolgen kann," so die Kommissarin bei einem kurzen Presseauftritt in Brüssel.

Tausende Pferde und andere Schlachttiere sind auf den Transporten quer durch Europa Qualen ausgesetzt  - bedingt durch hohe Temperaturen in restlos überfüllten Containern und mangelnder Versorgung.

 

Tausende von Stimmen verschafften sich Gehör

Androulla Vassiliou, EU-Kommissarin für Gesundheit, begrüßt die Handle with Care Petition

Die Unterzeichner der Petition – Bürger aus 21 Ländern – appellieren an die EU-Kommission, das unnötige Leiden von Millionen von Tieren, die über lange Strecken durch Europa transportiert werden, per Gesetz zu beenden.  

Die Unterschriften, die im Zuge der Handle-With-Care-Kampagne seit deren Start vor einem Jahr gesammelt wurden, überreichte Kampagnenleiterin Leah Garcés gemeinsam mit Vertretern von Eurogroup und World Horse Welfare.

Die Partner von Handle With Care schlagen eine Revision der derzeit geltenden Verordnung dahingehend vor, dass fortan wesentlich kürzere Transportzeiten verbindlich sein sollen. Eine weitere Forderung der Kampagne an die EU-Kommission ist es zudem, dass künftig nachhaltiger gegen jene Mitgliedstaaten vorgegangen wird, welche die gegenwärtige Ratsverordnung nicht effektiv durchsetzen; letztere schreibt einige dringend benötigte Verbesserungen für das Wohl der Tiere vor, wie z.B. Kabinentrennwände in den Pferdecontainern  sowie klare Richtlinien zu den Beladungsdichten.

Die Handle-With-Care-Koalition bestätigte, dass es offenbar zum gewaltsamen Schicksal der Pferde gehört, auf Transporten zwischen Spanien und Italien bis zu 36 Stunden pausenlos – ohne Wasser und ohne Ruhezeiten – auszuharren. Es waren viele Verletzte unter ihnen, die meisten aber litten unter Dehydrierung und zeigten deutliche Anzeichen von Stress, so der Bericht von Leah Garcés.

 

Finnlands Tierschützer machen es vor

Wie schaffte es Finnland, über 47.000 Unterschriften zusammeln? Die finnische Psychologiestudentin Minna Vitikainen hatte auf dem Fernsehkanal MTV3 einen Film über den Pferdehandel in Europa, welche von der bekannten Journalistin Helena Laatio produziert und kommentiert wurde, gesehen. 

Entsetzt und schockiert richtete Minna ohne zu zögern eine Webseite ein, auf der sie ihre finnischen Landsleute dringend aufforderte, gemeinsam mit ihr eine Petition Hevosten Puolesta (Helft den Pferden) zu unterzeichnen. Zusammen mit zwei gleich gesinnten Frauen – sie hatte sie im Netz kennen gelernt – folgte als nächster Schritt die Kontaktaufnahme zu mehreren Tierschutzorganisationen mit dem Aufruf, dem grausamen Handwerk ein Ende zu bereiten.

“Wir möchten der WSPA danken, dass sie uns beim Wort nimmt und dass wir diesen Weg der Petition mitgehen dürfen,” so die Tierschutzaktivistin Heidi Oster.

“Ich war mir sicher, dass es Menschen gibt, die genau so fühlen wie ich, und ich musste einfach etwas tun. Die Webseite hat uns zusammengebracht, und ich kann nur hoffen, dass wir etwas bewegt haben” sagte Minna.

Erfahren Sie mehr über die Erfolge unserer weltweiten Kampagne gegen Langstreckentransporte Handle With Care

 

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