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Journalisten von Robbenjägern in Namibia angegriffen

Jul 24, 2009

Das Cape Cross Robbenreservat zieht jährlich viele Tausende Besucher in der Sommersaison an. Gleichzeitig werden dort ungefähr 200 Robbenbabys täglich für die Fellindustrie getötet.

Der britische Journalist Jim Wickens und sein südamerikanischer Kameramann Bart Smithers wurden bei dem Versuch, die umstrittene Jagd auf Robben in dem westnamibischen Reservat Cape Cross zu dokumentieren, brutal angegriffen und von der Polizei verhaftet.

 

Das Filmen löste die Wut der Jäger aus

Die Journalisten einer investigativen Film-Agentur waren für die holländische Tierschutzorganisation Bont voor Dieren, die auch Mitgliedsorganisation der WSPA Welttierschutzgesellschaft ist, im Einsatz. Sie dokumentieren den grausamen Umgang mit den Robben ungefähr 20 Minuten lang, bis sie von mit Knüppeln bewaffneten Jägern angegriffen wurden.

Claire Bass, WSPA Managerin des Meeressäugetier-Programms, sagt: „Die erschreckende Gewalt der namibischen Robbenjäger hat eine ganz neue Ebene erreicht. Die Jäger wissen, wie sensibel die Öffentlichkeit auf die Jagd reagiert. Sie würden bis zum Äußersten gehen, um dieses brutale Vorgehen nicht publik werden zu lassen. Es kann keine Rechtfertigung für einen Angriff mit Knüppeln gegen Journalisten geben, deren einzige ‚Waffe’ eine Kamera ist.” 

Kein Schutz durch die Staatsgewalt

Nach dem Übergriff entwendeten die Robbenjäger die Kameras und Videoausrüstung der Journalisten. Als die Polizei eintraf, nahm sie die Journalisten wegen Verdachts auf unbefugten Betretens und Widerstandes fest. Selbst als sie im Polizeifahrzeug festgehalten wurden, griffen Jäger die Journalisten erneut an.

Die Journalisten verbrachten einen Tag in der lokalen Polizeistation und wurden erst am Abend gegen Kaution freigelassen. Mitte Juli mussten sie jedoch wegen unbefugten Betretens vor Gericht erscheinen.

 

Warum ist die Robbenjagd so umstritten?

Die WSPA verurteilt wiederholt die Grausamkeit der Robbenjagd. Schätzungsweise 90.000 Robben, darunter 85.000 Babys, werden jedes Jahr getötet. Früheres Filmmaterial zeigt, wie blutig geprügelte Robbenbabys in ihrer Agonie zurückgelassen und ihrem langsamen Tod überlassen wurden. 

Die Robben werden wegen ihrer Häute, ihrer Felle und ihres Fleisches gejagt. Der Verkauf der Robbengenitalien – für Naturmedizin und Aphrodisiaka in Asien – spiegelt die brutale Natur der namibischen Robbenjagd wieder.

Cape Cross – der Ort, an dem die Journalisten angegriffen wurden – ist ebenso ein „Robbenreservat”. Namibia verdient sehr viel mehr am Robbentourismus als an der Jagd. Jeden Morgen  ab 10 Uhr kommen Touristen aus aller Welt, um einige Robben zu fotografieren. Was Sie nicht wissen, die Namibische Behörde lässt zuvor, zwischen 6 und 9 Uhr, mehr als 200 Robbenbabys tot prügeln. Die übrig gebliebenen und verängstigten Tiere bleiben für den Tourismus.

 

Geldverdienen – am Wildlife Tourismus und an der Robbenjagd

Claudia Linssen von Bont voor Dieren sagt: „Wir fordern von der Regierung Namibias, das grausame Töten der Robben zu beenden und sich statt dessen auf nachhaltigen Tourismus zu konzentrieren. So lange die Regierung dies nicht durchsetzt, empfehlen wir den Menschen, sich darüber bewusst zu werden, ob sie Namibia als Ferienziel auswählen.”

Die Robbenjagd in Namibia ist nicht nur grausam, sie ist auch eine direkte Gefährdung des viel lukrativeren und nachhaltigeren Wildlife Tourismus. Die ganze Robbenjagdindustrie in Namibia ist ungefähr 400.000 Pfund wert, während der Robbenbeobachtungs-Tourismus Millionen einbringt, mit signifikantem Expansionspotential.

Claire schlussfolgert: „Wir hoffen, dass das jüngste EU-Verbot eine Wende darstellen wird, so das die kommerzielle Robbenindustrie weltweit eine Ende findet. Die Verbraucher wollen keine Produkte aus dieser Jagd kaufen und die wirtschaftlichen Erträge daraus werden langsam aber sicher schwinden. In Kanada haben die Robbenjäger offenbar nur 20 Prozent der gesamten Quote erlegt, weil es einfach keine Nachfrage gibt.”

Zusammenarbeit der WSPA und Ecostorm

Andrew Wasler, Co-Direktor der Film-Agentur Ecostorm, sagte: „Das war ein brutaler und unvertretbarer Angriff auf zwei Journalisten, die ihren Job machten und Informationen sowie Bildmaterial der höchst geheimen namibischen Robbenjagd zusammentrugen. Wir appellieren an die namibische Behörde, wegen Körperverletzung und Diebstahl von Kamera- und Foto-Ausrüstung zu ermitteln.”

Die WSPA arbeitet mit Ecostorm seit vielen Jahren erfolgreich zusammen, um Filmmaterial zu verschiedenen Tierschutzthemen zu erhalten, einschließlich der verdeckten Ermittlung von Grönlands Waljagdaktivitäten im letzten Jahr.

Mehr über unsere Mitgliedsgesellschaften zum Robbenschutz >>
Bont voor Dieren *
Humane Society International *

 

* Die WSPA übernimmt keine Verantwortung für die Inhalte externer Seiten.

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