Jun 9, 2009

Mehr als 28.000 Menschen aus über 120 Ländern folgten dem Aufruf der WSPA und sprachen sich gegen die rücksichtslose Behandlung von Schweinen in Ägypten aus.
Die positive Resonanz auf die Online-Petition der WSPA konnte jedoch die Massentötung der Tiere nicht sofort beenden. Aber die Stimmen der Unterstützer blieben nicht ungehört.
Der ägyptische Premierminister hat sich Ende Mai auf die vielen tausend Briefe und E-Mails mit uns in Verbindung gesetzt, und seine Absicht offenbart, die örtlichen Behörden anzuklagen, die die unwürdigen Tötungsmethoden zugelassen haben.
Derzeit gibt es in Ägypten keinerlei Tierschutzgesetze. Die Tiere in diesem Land sind vor Misshandlungen ungeschützt – oft, weil die Menschen weder deren Bedürfnisse noch deren Fähigkeit kennen, zu leiden.
Die ägyptische Regierung hat trotz gegenteiliger Zusicherungen Ende Mai nun angekündigt, die Tötung von weiteren 10.000 Schweinen zu veranlassen.
Die Wiederaufnahme der Schweine-Tötungen erfolgt, nachdem nun erstmals ein Fall von Schweinegrippe in Ägypten bestätigt wurde. Schon die ersten Massentötungen waren durch eine mögliche Übertragung der Schweinegrippe begründet worden. Die Verbleibenden 10.000 Tiere waren nach den letzten Tötungen von der ägyptischen Regierung als ‚Zuchtgrundlage’ für neue Schweinefarmen am Leben gelassen worden.
„Die WSPA hat die schockierende Meldung erhalten, dass die Keulung der Schweine weitergeht. Dies ist ein Skandal, denn wir alle wissen, auf welch abscheuliche Art die letzten Tötungen durchgeführt wurden,“ betonte Peter Davies, Generaldirektor der WSPA. Um die Bedingungen der Tötungen vor Ort überwachen zu können, strebt die WSPA nun eine offizielle Einladung vom ägyptischen Veterinäramt an.
Dr. David Wilkins, oberster veterinärmedizinischer Berater der WSPA, hatte zuvor nach einem Treffen mit Dr. Ahmed Samaha, dem Vorsitzenden der General Organisation for Veterinary Services (GOVS), Hoffnung geschöpft: „Er versicherte mir, dass die Tötungen beendet seien und lud die WSPA und die OIE nach Kairo ein, um gemeinsam die humane Behandlung und die Bedingungen für den Transport von Tieren zu diskutieren.“ Die Einladung wurde während eines internationalen Treffens von Tiermedizinern bei der World Organisation for Animal Health (OIE) in Paris ausgesprochen. Einstimmig lehnte man hier die Massentötungen von Schweinen ab, da sie medizinisch unnötig seien – sie widersprechen zudem den Tierschutzrichtlinien der OIE, denen Ägypten 2005 noch zugestimmt hatte.
Ägyptens Regierung war in massive Kritik geraten, als Nachrichtendienste eine Woche vor dem OIE-Treffen Bilder gezeigt hatten, auf denen hunderte Schweine zu sehen waren, die während des Transports mit Eisenstangen geschlagen, durch Bulldozer verladen und schließlich mit ätzenden Chemikalien besprüht wurden, um dann lebendig begraben zu werden.
Peter Davies (WSPA) rief den ägyptischen Premierminister bereits ein zweites Mal schriftlich dazu auf, dem brutalen Vorgehen bei den Massentötungen umgehend ein Ende zu setzen.

Die Reaktion auf die Online-Petition brachte die in Ägypten für den Tierschutz Verantwortlichen zur Einsicht, dass der Tierschutz nicht übergangen werden kann.
Für die WSPA und andere internationale und lokale Tierschutzorganisationen sind die Türen halb geöffnet, um mit den ägyptischen Behörden zusammenzuarbeiten.
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