Jul 24, 2009

Vor zwei Monaten haben ägyptische Behörden entgegen der Empfehlung internationaler Gesundheitsorganisationen beschlossen, den gesamten Schweinebestand der Hauptstadt unter dem Vorwand zu schlachten, die Schweinegrippe auf diese Weise in den Griff zu bekommen.
Die Maßnahme sorgte bei den Einheimischen wie auch im Ausland für eine Welle der Empörung aus.
Mittlerweile haben sich mehr als 30.000 Menschen aus über 120 Ländern dem Protest der WSPA gegen die brutale Behandlung der Schweine seitens der ägyptischen Behörden angeschlossen. Unglücklicherweise war die Tötung von mehr als 350.000 Schweinen bereits erfolgt. Dennoch hat der massive öffentliche Druck zu einer wichtigen Dialogreihe mit der ägyptischen Regierung geführt.
Inzwischen ist die WSPA mit dem ägyptischen Landwirtschaftsminister, dem Leiter für Tiermedizien des Landes und der Weltorganisation für Tiergesundheit (World Organisation for Animal Health - OIE) zu Gesprächen zusammengetroffen.
Die drei Gesprächsparteien trafen sich in Kairo, um über ein weitgehend schmerzfreies Töten von Tieren zum Zwecke der Seuchenkontrolle, zum Thema Tierschutzgesetze sowie über Verbesserungen der Richtlinien zu diskutieren, in der Hoffnung, dass ein solch brutaler Umgang mit Tieren nie wieder vorkommt. Am Ende der zweitägigen Gespräche waren sich alle Beteiligten darin einig, dass es einer Ausbildung in „humanen“ Schlachmethoden für das zur Seuchenkontrolle eingesetzte Personal bedarf.
Die OIE und die ägyptische Regierung haben damit begonnen, gemeinsam ein entsprechendes Trainingsprogramm zu entwickeln. Ein hochgesteckter Zeitplan soll die Bereitstellung der benötigten finanziellen Mittel und die Absprache eines Ausbildungsprogramms mit dem OIE-Kollaborationszentrum – dem italienischen Instituto Zooprofilattico Sperimentale dell'Abruzzo e del Molise (IZC) – ermöglichen.
Die ägyptische Regierung hätte niemals eingelenkt, wären nicht jene Tausende gewesen, die sich dem Protest der WSPA angeschlossen haben.
Noch aber bleibt eine Menge zu tun, und der erzielten Einigung müssen Taten folgen, sprich: Verbesserungen der Tierschutzgesetze und ebenso bei den Richtlinien und Praktiken, um einen artgerechten, tiergerechten Umgang zu gewährleisten.
Die WSPA hat die Verantwortung für diesen Prozess übernommen und aktuellen Gesetzesinitiativen für einen besseren Tierschutz ihre Unterstützung zugesagt.