Projektpatenschaften

Chowti genießt in Balkasar erste Schritte in Freiheit

Dec 18, 2010

Nach der Quarantänezeit öffneten sich die Türen zu Chowtis neuen, sicheren Freigehege, und mit Futter ließ sie sich zuvor herauslocken.

Chowti, die jüngste aber auch angeschlagendste Bärin, die vor Kurzem im pakistanischen Bärenschutzzentrum Balkasar begrüßt wurde, verlässt die Quarantäne-Station und darf ins Hauptgehege. 

Dank der Anstrengungen der pakistanischen WSPA-Mitgliedsorganisation Bioresource Research Centre (BRC) konnte die blinde, sechs Jahre alte asiatische Schwarzbärin erst vor Kurzem nach einem Bärenkampf-Spektakel gerettet werden. Sie erholt sich jetzt von ihren Wunden und erlebt zum ersten Mal die Annehmlichkeiten eines neuen, geräumigen Geheges. 
 
Chowtis erkundet und genießt ihr über 20.000 Quadratmeter großes Gehege. Aufgrund ihrer verletzlichen Natur und weil sie keinen der anderen in Balkasar lebenden Bären kennt, ist sie vorerst für sich alleine.

 

Erste vorsichtige Erkundungen

Aufgrund ihrer Blindheit und ihrer traumatischen Erlebnisse in ihrem früheren Leben, brauchte es etwas Zeit, bis sie Vertrauen gewann. Es dauerte gut 40 Minuten bis sich Chowti  aus der Quarantäne-Station in das Hauptgehege begab. Mit ein bisschen Futter ließ sie sich in ihr neues, geräumiges Zuhause locken.

Dr. Fakhar-i-Abbas, Geschäftsführer des BRC, beschreibt die Freilassung von Chowti in ihr erstes Zuhause: „Anfangs war sie sehr zurückhaltend. Die junge Bärin kam erst in das Gehege, als sie der Futterspur folgte. Sie wollte anfangs auch nicht das Gelände erkunden. Sie zog es vor, am Rande zu bleiben. Es gab zwar kein offensichtliches Zeichen, aber ich fühlte in Chowti eine Veränderung. Zum ersten Mal in ihrem Leben bewegte sie sich ohne Ketten, ohne Wunden und ohne Einschränkungen. Zum ersten Mal in ihrem Leben konnten sie Freiheit genießen."

 

So naturnah, wie möglich

Chowti ließ sich Zeit und erkundete schüchtern ihr neues Zuhause mit Hilfe ihres Geruchssinnes, und um sich an Strukturen und Grenzen zu orientieren.

Das Gehege wurde so gestaltet, daß es so viele Charakteristika und Bequemlichkeiten, wie nur möglich bietet, ähnlich dem natürlichen Habitat der Bären – eine unglaublich reichhaltige Umgebung für ein so armes Tier wie Chowti. Das Gehege hat zwei Teiche, es wachsen darin gut einhundert kleine Bäume, unter denen sich ein Bär vor der pakistanischen Hitze Abkühlung verschaffen kann, es gibt sowohl von Menschen gemachte als auch natürliche Kletterstrukturen zu entdecken, und es gibt abgeschirmte Gebiete aus getrocknetem Gras, in denen Chowti sich ihr Schlaflager einrichtet.

Obwohl Chowti jetzt die Möglichkeit hat, sich ihr Futter zu suchen, wird sie derzeit noch komplett vom Team in Balkasar versorgt, das sie abwechselnd mit Linsen, verschiedenen Getreidearten, Anissamen, Hirse, Kartoffeln, Äpfeln, Mais, Huhn, Möhren, Zuckerrohr und gekochten Eiern füttert. Wie man uns erzählt, zeigt Chowti mittlerweile großes Interesse daran, die Akazien-Gehölze zu erkunden.

Chowti lernt in ihrer neuen Umgebung zurechtzukommen. Die BRC-Mitarbeiter rechnen damit, dass bald andere Bären zu ihr stoßen werden, die wie sie aus einem Leben der Bärenkämpfe in Pakistan gerettet werden

 

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