Jun 24, 2010

Die Tierschutzorganisationen WSPA, NOAH und Dyrebeskyttelsen Norge hielten am 2. Verhandlungstag der 62. Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) eine Pressekonferenz ab.
Unter dem Motto „Die Welt gegen den Walfang" zeigten sie, dass sowohl die Norweger, Australier und Neuseeländer, als auch die Lateinamerikaner gegen eine Legalisierung des kommerziellen Walfangs sind. Vielmehr fordern sie, dass diese grausame Praxis ein für alle Mal beendet wird. Gemeinsam mit dem australischen Minister für Umweltschutz, Peter Garrett, repräsentierten die Tierschutzgruppen die Stimme der zahlreichen Walfanggegner.
WSPA-Programm-Managerin für Meeressäuger, Joanna Toole, sagt: „Die WSPA führt eine weltweite Kampagne gegen den kommerziellen Walfang, um diese wunderbaren Meeressäuger zu schützen. Es gibt keine schmerz- und leidfreie Methode einen Wal im Meer zu töten. Deswegen sind wir überzeugt, dass eine Legalisierung des Walfangs keinesfalls zugelassen werden darf. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um den Walfang in der nördlichen oder der südlichen Hemisphäre handelt: Ein gejagter Wal leidet, ganz gleich, in welchem Ozean er schwimmt.“
Die verantwortliche WSPA-Mitarbeiterin in Costa Rica, Marcela Vargas, berichtet: „Die WSPA hat die lokalen Nichtregierungsorganisationen (NGO) vor allem in Mittelamerika und der Karibik bei ihren Kampagnen unterstützt, um auch dort das Bewusstsein für die Wale zu wecken. Gemeinsam mit den lateinamerikanischen IWC-Mitgliedern sind wir im regelmäßigen Gespräch, um hier mit einer einheitlichen Haltung zugunsten der Wale auftreten zu können.“
Der australische Minister für Umweltschutz Peter Garrett nahm an der Pressekonferenz teil und sprach der WSPA seine Anerkennung für ihre Arbeit zum Schutz der Wale aus.
Die Ausführungen von Joanna Toole machten deutlich, dass es keine humane Art gibt, einen Wal im Meer zu töten. Dadurch wurde auch nocheinmal die große Bedeutung dieses Tierschutzthemas Walfang klar.

NOAH und Dyrebeskyttelsen Norge zeigten, dass die Zahl der Walfanggegner in der norwegischen Öffentlichkeit immer größer wird. Nicht zuletzt das erst kürzlich veröffentlichte Filmmaterial, das die grausame Realität der Walfang-Industrie demonstriert, hat zu der breiten öffentlichen Ablehnung beigetragen.
Zum Filmmaterial, das das mindestens 22 Minuten andauernde Leid eines harpunierten Wals zeigt, äußert sich Tanya Schumacher von Dyrebeskyttelsen Norge: „Diese Bilder stützen unsere Aussage, dass der Walfang eine unzuverlässige Jagdmethode ist, die extremes Leid zuführt. Hinzu kommt, dass diese grausame Jagd ohne regelmäßige Kontrollen ungehindert weiter bestehen kann.“
Siri Martinsen, Leiterin von NOAH, sagt: "Die norwegische Delegation der IWC vertritt die Interessen einer kleinen Minderheit – eines rückläufigen Industriezweiges. Sie vertritt keinesfalls die vielen Norweger, die dem Walfang kritisch gegenüber stehen und wollen, dass der Walfang komplett eingestellt wird. Wir halten es für wichtig, hier anwesend zu sein, um jene Menschen zu vertreten, die nicht der Meinung der norwegischen Regierung sind. Denn die norwegische Regierung unterstützt den Walfang und ignoriert die wachsende Besorgnis um das Wohlergehen der Wale."
Mit der Kampagne „Gebt den Walen eine Stimme“ zeigen die australische und die neuseeländische Öffentlichkeit, dass auch sie sich für die Wale stark machen: Sie vereint in sich die Stimmen tausender Australier und Neuseeländern, die gegen den kommerziellen Walfang sind. Das ist das Ergebnis einer Petition, die mehr als 54.000 Menschen unterzeichneten.
Die Verantwortliche von WSPA Australien, Emily Reeves, führt aus: „Wale gehören zu den lautesten Lebewesen auf diesem Planeten, aber hier bei der IWC werden ihre Stimmen nicht gehört. Als Australier stehen wir hinter unserer Regierung und fordern, daß die IWC ihre Aufgabe wahrnimmt. Sie soll sich um den Schutz der Wale kümmern und nicht deren Tötung verwalten.“
Die neuseeländische WSPA-Mitarbeiterin, Bridget Vercoe, äußert sich so: „Die Botschaft unserer Regierung auf dem diesjährigen IWC-Treffen ist deutlich: Neuseeland bleibt seiner langjährigen Tradition treu und wird sich für den Schutz und das Wohlergehen der Wale einsetzen und gegen jene Vereinbarung stimmen, die den kommerziellen Walfang legitimiert. Der Schutz der Wale ist Bestandteil des neuseeländischen Wesens – er ist Teil unserer nationalen Identität. Wir fordern unsere Regierung auf, standhaft zu bleiben und gegen das Abkommen zu stimmen, das den kommerziellen Walfang erlauben würde."
Bis Freitag, den 25. Juni, dauert das diesjährige IWC-Treffen noch an. Die WSPA wird die IWC dazu drängen, den Tierschutz weiterhin auf der Tagesordnung zu behalten und den Kompromissvorschlag abzulehnen. Stattdessen sollen die IWC-Mitglieder das Leid der Wale beenden und ihre gesamte Aufmerksamkeit auf den Schutz der Wale richten.