Jun 24, 2010

Nach zweitägigen Verhandlungen hinter verschlossenen Türen ist die Internationale Walfangkommission (IWC) noch nicht zu einer Entscheidung über die Zukunft der Wale gekommen. Die Abstimmung über den Vorschlag, der das Verbot des kommerziellen Walfangs zum ersten Mal seit 25 Jahren angreifen würde, wurde verschoben. Die WSPA ist sehr glücklich über diese Gnadenfrist für die Wale und fordert die IWC-Mitglieder auf, die „Abkühlungsphase” zu nutzen, um noch einmal über die Grausamkeit des Walfangs nachzudenken.
Die Verhandlungen der letzten Tage waren somit vergebens: Über den Antrag, das Walfangverbot zumindest teilweise aufzuheben, wird auf der diesjährigen Konferenz nicht entschieden werden. Zwar ist die WSPA enttäuscht, dass die Abstimmung nicht stattgefunden hat und der Walfang nicht ein für alle Mal in die Geschichtsbücher verbannt wurde. Dennoch hoffen wir, dass die nächsten Monate sinnvoll genutzt werden: Die grundlegenden Tierschutzprobleme des Walfangs müssen allen Beteiligten vor Augen geführt werden.
WSPA-Programm-Managerin für Meeressäuger, Joanna Toole, sagt: „Die IWC hat den Walen zwar eine Gnadenfrist eingeräumt, aber sie sind noch nicht außer Gefahr. Die WSPA fordert von der IWC und ihren 88 Mitgliedsstaaten, endlich aufzuwachen. Sie müssen anerkennen, dass der grausame Walfang keinen Platz im 21. Jahrhundert hat. Wir werden weiter unermüdlich daran arbeiten, diese Industrie aus Norwegen zu verbannen. Derweil muss die IWC das Walfangverbot aufrechterhalten und noch zusätzlich stärken.“
Während der Vormittagssitzung der IWC stellten verschiedene Staaten – unter anderem Monaco, Costa Rica und Deutschland – alternative Lösungen zum Umgang mit den Walen vor. Alternativen, bei denen die Wale nicht gequält und getötet werden, wie zum Beispiel das Whale Watching.
Joanna Toole sagte: „Wir werden mit den Anti-Walfangnationen eng zusammenarbeiten, damit die IWC in Zukunft für den Schutz der Wale einsteht.”
In diesem Monat veröffentlichte die WSPA neues Filmmaterial, das die Realität des Walfangs in Norwegen zeigt. Es demonstriert, warum am internationalen Verbot des kommerziellen Walfangs festgehalten werden muss. Das Material war Ergebnis von Untersuchungen, die die WSPA gemeinsam mit den norwegischen Tierschutzorganisationen Dyrebeskyttelsen Norge und NOAH Ende Mai durchführten.