Jun 28, 2010

Am dritten Tag der diesjährigen Konferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) setzten sowohl die englische Delegation als auch norwegische Tierschutzgruppen den Schutz der Wale auf die Tagesordnung.
Großbritannien schlug vor, einen Workshop für Tierschutz und Ethik ins Leben zu rufen und stieß damit auf großen Anklang: Belgien, Australien, Argentinien, Neuseeland, Ecuador, die Niederlande, Deutschland, Portugal, Costa Rica, Indien und Brasilien befürworteten die Idee. Die norwegische WSPA-Mitgliedsorganisation NOAH – for dyrs rettigheter nutzte die Gelegenheit und wendete sich mit einer starken Rede an die Kommission: Sie protestierte gegen die unzumutbare Grausamkeit des kommerziellen Walfangs und wies auf den wachsenden Widerstand der norwegischen Bevölkerung hin.
WSPA-Programm-Managerin für Meeressäuger, Joanna Toole, sagte: „Die WSPA ist erfreut darüber, dass der Vorschlag Großbritanniens so positiv aufgenommen wurde. Mehr als zehn IWC-Mitglieder bekundeten ihre volle Unterstützung. Der Workshop wird die IWC mit notwendigen Informationen über die wissenschaftlichen und politischen Aspekte des internationalen Tierschutzes versorgen. Gleichermaßen versetzt er die Kommission damit in die Lage, vernünftige und positive Entscheidungen in Bezug auf dieses wichtige Thema zu treffen. Die WSPA ist Großbritannien für sein konsequentes Eintreten für die Wale sehr dankbar. Wir freuen uns auf eine ertragreiche Zusammenarbeit, um diesen Workshop zu einem Erfolg zu machen – für den IWC und auch für die Wale.“
Während der offiziellen Sitzung der Nichtregierungsorganisationen (NGO) am vierten Tag der Konferenz hielt Siri Martinsen, die Leiterin von NOAH, eine Rede im Namen ihrer Organisation und von Dyrebeskyttelsen Norges, einer weiteren norwegischen WSPA-Mitgliedsorganisation. Eines ihrer Schlüsselthemen war die Grausamkeit des norwegischen Walfangs, die durch eine kürzlich durchgeführte Untersuchung durch WSPA, NOAH und Dyrebeskyttelsen Norge eindeutig nachgewiesen wurde.
In ihrer Rede sagte Siri Martinsen: „Ich möchte hier kurz auf einen Film über einen norwegischen Walfänger eingehen, den wir letztes Jahr aufgenommen haben. Er zeigt, wie ein erfahrener Walfänger versucht, unter perfekten Wetterbedingungen einen Wal mit einer explodierenden Harpune zu töten. Es gelang ihm nicht. Wir haben uns an unabhängige Tierärzte gewandt, die bestätigten, dass der Wal den Filmaufnahmen nach höchstwahrscheinlich getroffen wurde, untertauchte und verschwand. Die Männer des Walfangschiffes hingegen behaupten, dass der Wal nicht getroffen worden sei. Beide Szenarien machen jedoch eines eindeutig klar: Wenn von einer sich stark bewegenden Plattform aus auf ein sich ebenfalls bewegendes Tier geschossen wird, dann kann ein tödlicher Treffer mit der Harpune unmöglich gelingen. Die Fehlerquoten sind einfach zu hoch, ebenso wie das damit verbundene Leid.”
Die diesjährige Konferenz neigt sich langsam dem Ende zu. Die WSPA stellt mit Erleichterung fest, dass der umstrittene IWC-Antrag, den kommerziellen Walfang zumindest teilweise wieder zu legalisieren, nicht angenommen wurde. Dieser hätte 13.000 Wale in den nächsten 10 Jahren zum Tode verurteilt – glücklicherweise bleibt das Verbot des kommerziellen Walfangs weiterhin erhalten.
Wir werden die kommenden Monate dazu nutzen, uns auf den Workshop für Tierschutz und Ethik vorzubereiten. Außerdem bemühen wir uns intensiv, die Regierungen der Welt davon zu überzeugen, sich mehr um den Schutz der Wale als um die Interessen der Walfänger zu kümmern.