Oct 26, 2010
Es ist der trockenste Sommer der letzten 20 Jahre für die ohnehin dürregeplagte El-Chaco-Region im Südosten Boliviens. Die WSPA hat damit begonnen, Wasservorräte in das Gebiet zu liefern, um das Leben der rund 9000 Tiere zu retten.
Seit November letzten Jahres sind alle neun Provinzen des ärmsten südamerikanischen Landes von extremen Rückgang der Niederschlagsmengen betroffen. Dies führte nicht nur zu erheblichen Trinkwasserengpässen – insbesondere in ländlichen Gebieten – sondern auch zu einem hohen Verlust an Nutztieren.
Nachdem von der bolivianischen Regierung der Notstand für El-Chaco ausgerufen wurde, sind Mitarbeiter des südamerikanischen WSPA-Regionalbüros ins Land gereist, um sich ein Bild von der Situation der Tiere in dieser Agrarregion machen zu können.
Das angereiste Katastrophenhilfeteam beurteilte die Lage der Tiere – insbesondere der Nutztiere – als äußerst kritisch. Besonders betroffenen sind die Regionen von Charagua, Boyuiye and Cuevo. Hier reichen die Wasserlieferungen der Regierung nicht einmal aus, um die 19.000 Einwohner zu versorgen. Den lokalen Vorhersagen zufolge wird mit einer anhaltenden Dürre bis in den Dezember hinein gerechnet.
Die WSPA hat damit begonnen, mindestens zweimal täglich drei LKWs mit jeweils 15.000 Liter Wasser zu den betroffenen Landwirten auf den Weg zu schicken. Mit Hilfe des von ihr finanzierten 60-Tage-Programms werden vor allem Hunde, Schweine, Pferde und Ziegen versorgt.
Bei dieser Aktion soll es sich jedoch nur um eine temporäre Maßnahme handeln, während die Regierung zusätzliche Brunnen in den örtlichen Agrargemeinden anlegt und Wasserspeicherungspläne erarbeitet. Auf diese Weise sollen das Abflussverhalten und die Verdunstung besser kontrolliert werden können.
Luis Carlos Sarmiento, südamerikanischer WSPA-Regionaldirektor, sagt: „Für die Tiere in der bolivischen Region El Chaco ist es eine schwere Zeit. Das Sterben der Tiere macht uns sehr traurig. Noch schlimmer ist es, zu wissen, dass lebensnotwendige Regenfälle weiterhin ausbleiben werden. Ohne Zweifel heißt es für uns, dass wir hier bleiben und helfen. Aber es ist mehr als die bloße Reaktion auf einen Notstand. Wir unterstützen auch die Arbeit der örtlichen Verwaltungen, sprich: deren Vorsorge. Die Kommunen wissen, dass die Trockenzeit auch länger andauern kann. Deshalb müssen wir Maßnahmen treffen und uns um ihren wertvollen Tier- und Viehbestand kümmern. Natürlich um der Tiere willen, aber auch um Lebensgrundlagen zu erhalten und die Zukunft der Menschen in der Region sichern zu helfen.“