WSPA geführte Kampagne zur

Jagdsaison 2011: Japanische Walfänger brechen auf

Mar 7, 2011

Norwegische Walfänger

Es ist wieder soweit. Japan ist die erste Nation, die in diesem Jahr die Jagd auf Wale beginnt. Über 1000 Tiere werden geschlachtet – und das im Meeresschutzgebiet der Antarktis. 

Tierschutz-Aktivisten bezeugen den blutigen Tod eines Wals im südlichen Ozean der Antarktis. Genau dort, wo die Internationale Walfang-Kommission (IWC) ausdrücklich ein Schutzgebiet ausgewiesen hat. Harpuniert wurde der Wal von japanischen Walfängern, deren Quote das Abschlachten von mindestens 1000 Walen für dieses Jahr vorsieht. Geplant sind 935 Minkwale, 50 Finnwale und zum dritten Mal stehen in dieser Saison auch 50 Buckelwale auf der Abschussliste der Japaner. Und das, obwohl kommerzieller Walfang verboten ist und es Japan auch nicht gelungen ist, das Verbot aufheben zu lassen.

Nur 40 % der Wale, die von japanischen Jägden harpuniert werden, sterben innerhalb von 10 Sekunden nach dem Schuss. Das bedeutet, dass ungefähr 600 Wale dieses Jahr entsetzliche Schmerzen und grauenvolle Wunden aushalten müssen, bis sie verenden. Bei manchen dauert dieser Schmerzenskampf über eine Stunde.

Joanna Toole, Expertin des WSPA-Meeressäuger-Programms, erklärt: „Es widerspricht jeder Logik, dass dieses grausame Abschlachten immer weitergeht, trotz intensiver internationaler Ablehnung und trotz einer noch nie so geringen Walfleisch-Nachfrage. Der kommerzielle Walfang ruft immenses Leid hervor, ganz gleich, wo er stattfindet, und welche Tiere das Angriffsziel sind. Es handelt sich um eine unnötige, archaische Industrie, die in Geschichtsbücher verbannt werden sollte."

 

Auch skandinavische Länder nehmen die Jagd wieder auf

Während die Japaner bereits zur diesjährigen Jagdsaison ausgelaufen sind, bereiten sich die Walfangnationen Norwegen und Island noch auf die unnötige Tötung von mehr als 1300 Walen vor. Norwegens Jagdsaison beginnt traditionell im April. Die Walfang-Quote für 2011 wurde bereits bekannt gegeben: Sie beläuft sich auf 286 Minkwale, die gleiche Anzahl Wale wurde schon 2010 getötet. Sollte diese Zahl erreicht werden, würde es sich um den größten kommerziellen Walfang weltweit handeln. In den vergangenen Jahren haben die norwegischen Jäger jedoch, aufgrund der zurückgehenden Anfrage nach Walfleischprodukten nur etwa ein Drittel der zugewiesenen Quote erlegt. Die WSPA und andere Organisation sehen dies als klaren Hinweis auf eine sterbende Industrie.

Island hat derzeit eine variable Quote von 100 Minkwalen und 150 Finnwalen. Der US-amerikanische Wirtschaftsminister Gary Locke hat Island für die Wiederaufnahme des Handels mit Finnwalprodukten kritisiert. Das Land hatte im letzten Jahr 800 Tonnen Walprodukte exportiert, darunter das Fleisch der gefährdeten Finnwale.

 

Schutz der Wale: WSPA und die britische Regierung arbeiten zusammen

Auch dieses Jahr wird die WSPA nicht locker lassen, die Internationale Walfang-Kommission auf das fundamentale Problem des Tierschutzes beim Walfang, hinzuweisen. Gemeinsam mit der britischen Regierung organisieren wir zum Thema Walschutz und Ethik einen Workshop, der am 22./23. März 2011 im Eden Project in Cornwall, England, stattfinden wird. Politische Entscheidungsträger und Wissenschaftler werden dazu eingeladen sowie internationale Experten der Themen Tierschutz und Ethik. Alle aus dem Workshop resultierenden Analysen und Empfehlungen werden in einem Bericht veröffentlicht, welcher der Internationalen Walfang-Kommission einen Einblick in die internationale Auffassung zu den Themen Tierschutz, Tiermanagement und Tier-Ethik vermitteln wird. Der Vorschlag zu diesem Workshop erhielt eine überwältigende Zustimmung von Ländern wie Belgien, Australien, Argentinien, Neuseeland, Ecuador, Holland, Deutschland, Portugal, Costa Rica, Indien und Brasilien. Die WSPA hofft, dass die Informationsbasis der Internationalen Walfang-Kommission künftig hilfreich sein wird, um aufgeklärte und fortschrittliche Entscheidungen zum Thema Walfang und Walschutz zu treffen

 

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