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Der Weg der Bonobos in die Freiheit

Apr 12, 2011

Bonobos im neuen Schutzgebiet nahe der Stadt Basankusu, Demokratische Republik Kongo

Nach dem Start der zweiten großen Wiederauswilderungsphase sind Ende März drei weitere Bonobos im neuen Schutzgebiet nahe der Stadt Basankusu, Demokratische Republik Kongo, angekommen. Bis Ende Mai 2011 sollen noch sieben weitere Tiere folgen.

 

Die Reise beginnt

Über neun Stunden dauerte die Reise der drei Menschenaffen. Zuerst mit dem Auto, dann im Flugzeug und schließlich per Boot wurden Kikongo, Sankuru und Tshilenge in das rund 20.000 Quadratkilometer große Schutzgebiet transportiert. Dort verbrachten sie nach umfangreichen tierärztlichen Untersuchungen zunächst einige Tage im Wiedereingewöhnungsbereich von Mombengele. Um den Weg in die Freiheit so leicht wie möglich zu machen, wurden während dieser Zeit einige zusätzliche Leckerbissen wie Bananen und Orangen bereitgestellt.

Für jeden der drei Bonobos wurde außerdem eine DNA-Datenbank angelegt, die in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig geschaffen wurde. Dies ermöglicht der WSPA und unserer Mitgliedsorganisation Les Amis des Bonobos (ABC) den freigelassenen Bonobos zu folgen, um ihr Verhalten in der Gruppe zu beobachten.

Die Affen Kikongo und Tshilenge freuten sich auf ein Wiedersehen mit ihrer Affenfreundin Lukaya, die bereits seit 2009 in dem Auswilderungsgebiet lebt. Nur Sankuru benötigte ein wenig mehr Zeit, sich an die neue Umgebung zu gewöhnen.

 

Vom Aussterben bedroht

Seit dem Jahr 2007 unterstützt die WSPA ihre Mitgliedsorganisation Les Amis des Bonobos (ABC) im Lola-y-Bonobo-Schutzzentrum in Kinshasa. Nach dem Washingtoner Artenschutzabkommen gelten die Bonobos als vom Aussterben bedroht. Seit Anfang der 90er Jahre ist ihr Bestand durch den Wildtier- und Buschfleischhandel stark zurück gegangen. Die Zahl der ausnahmslos in den tropischen Regenwäldern der DR Kongo lebenden Tiere wird heute zwischen 5.000 und 50.000 Exemplare geschätzt.

 

Aufklärung und Bildungsprogramme

Ziel der WSPA-Unterstützung ist es, eine nachhaltige Lösung im Tier- und Artenschutz zu finden, um die wildlebende Population der Bonobos wieder zu erhöhen.

So gibt es neben der Arbeit im Schutzzentrum auch ein umfangreiches Tierschutzbildungsprogramm, das vor allem das Verständnis für die Bonobos innerhalb der lokalen Bevölkerung verbessern soll. Das Team von ABC engagiert sich in nahe gelegenen Schulen und Gemeinden, um über die Einzigartigkeit der Bonobos in der DR Kongo aufzuklären. Desweiteren arbeiten wir mit dem kongolesischen Umweltministerium zusammen, um verwaiste Bonobos von Straßenhändlern zu befreien und den Buschfleischhandel einzudämmen. Mit Erfolg: Bereits vier Wochen nach der ersten Auswilderungsaktion wurde das erste Affenkind in Freiheit geboren.

 

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