Das Ende von Grausamkeit – ehemalige Besitzer lassen Bären frei

Oct 1, 2008

Besitzer mit seinem letzten Bären

Professionelles und konsequentes Handeln der WSPA Mitgliedsorganisation Bioresource Research Center of Pakistan (BRC) machte sich in diesem Monat bezahlbar. Ein pakistanischer Halter von Tanzbären ließ nun auch seinen letzten Bären frei. Der Bär wurde in das Bärenschutzzentrum Kund Park gebracht, in dem auf ihn ein besseres Leben wartet. 

Das gut ausgebaute lokale Netzwerk der BRC konnte 2005 Sufi Muhammad Rafique, einem angesehenen und sehr einflussreichen Organisator von Bärenkämpfen in der Provinz Sindh, davon überzeugen, den brutalen Kampfsport einzustellen. Doch als er seine Tiere in das Rehabilitationszentrum brachte, behielt er einen Jungbären zurück.

Die BRC blieb beharrlich und konnte Herrn Rafiqui davon überzeugen, den Bären freizulassen, damit dieser in Freiheit und einer natürlichen und geschützten Umgebung leben kann.

 

Lokale Lösungen für lokale Probleme

Bärenkämpfe sind in Pakistan verboten. Trotzdem werden die einflussreichen Organisatoren der Veranstaltungen – meist einheimische Großgrundbesitzer - aufgrund ihrer Position in ihrer Gemeinde vor dem Gesetz geschützt.

Anstatt gegen die lokalen Gemeinden anzugehen, nutzten der Direktor der BRC Dr. Fakhar-i-Abbas und sein Team den Einfluss der Bärenhalter und die regionalen Hierarchien – mit positivem Ergebnis. Sie konnten die Bären und Hunde aus diesem grausamen Blutsport befreien.

Das Netzwerk von BRC arbeitet eng mit ehemaligen Bärenhaltern zusammen, die sich heute gegen Bärenkämpfe aussprechen. Allein deren islamischer Glaube kritisiert ausdrücklich Tierquälerei. Durch deren unmittelbaren Kontakt mit aktuellen Bärenhaltern entstand eine Art Grundsatzdiskussion – die Grundlage für die Freilassung der Bären.
Dieser erfolgreiche Ansatz hat sich bewährt und hält weiterhin an. Sufi Muhammad Rafique ist nur einer der ehemaligen Bärenbesitzer, der den Bärenkämpfen den Rücken kehrte, nachdem sich das BRC Netzwerk eingeschaltet hatte. Dieser Prozess ließ eine starke lokale Bewegung entstehen – mit dem erfolgreichen Ergebnis, dass die Tiere in ein sicheres Heim gebracht werden konnten, wo sie sich erholen und zu Kräften kommen können.

Mit Ihrer regelmäßigen Unterstützung schaffen wir es, Bärenkämpfe zu beenden – zusammen haben wir reale Möglichkeiten.

Erst letzten Monat konnte die BRC wieder einige Besitzer überzeugen, die Bären, die sich in ihrem Eigentum befanden, in das WSPA- Kund Park Schutzgebiet zu bringen. Vier Bären waren in einem äußerst schlechten Zustand und benötigten dringend medizinische Behandlungen. Damit sie sich eine neue Existenz aufbauen können,  gab das BRC den ehemaligen Besitzern Rikscha-Motorräder – Alternativen, die nachhaltig ihren Lebensunterhalt sichern und verhindern sollten, dass sie die grausamen Praktiken wiederholen.

Das BRC und die ehemaligen Bärenbesitzer sind ihre Mission fast schon zu eifrig angegangen. Weil er sich seiner Vergangenheit schämte, war Herr Rafique fest davon überzeugt, einen Jungbären zu behalten und ihm für die vielen Qualen Wiedergutmachung zu leisten.

 

Der Bär, der niemals vergessen wurde

In den letzten Jahren hielt das BRC Netzwerk der ehemaligen Bärenbesitzer guten Kontakt zu Sufi Muhammad Rafique und versuchte ihn davon zu überzeugen, seinen letzten Bären aufzugeben. Er erklärte sich schließlich einverstanden, das Kund-Park-Schutzzentrum zu besuchen und versprach, auch seinen letzten Bären in die Obhut der WSPA zu geben, wenn die Bedingungen dort besser wären als die auf seinem Grundstück.

Im vergangenen Monat besuchten Herr Rafique und seine Familie das Schutzzentrum für zwei Tage. Sein Handeln und seine Sorgfalt allein zeigten, wie weit sich seine Einstellung gegenüber dem Tierschutz geändert hatte. Als er sah, welch erfülltes Leben Bären führen könnten, ließ er seinen letzten Bären schließlich aus der Gefangenschaft.

Jetzt ist auch der nie vergessene Bär, der sich übrigens in einem gesundheitlich guten Zustand befand, ein Bewohner des Schutzzentrums und kann nun den Spiegel seiner selbst vorfinden – die wilde Natur. Er ist umgeben von Bäumen, Gras und vielen Möglichkeiten zum Spielen und Erkunden.

 

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