Bären und Hausmüll: Fallstudie

Ein Bär sucht nach Nahrung im menschlichen Müll

Die rumänische Stadt Brasov erstreckt sich tief in die transilvanischen Wälder. Durch die dortige Bärenpopulation kommt es immer wieder zu Konflikten, zwischen den Einwohnern und den Tieren.

Die Bären, häufig angelockt durch achtlos weggeworfene Abfälle, durchwühlen regelmäßig die Müllcontainer der Stadt. Sie werden als Plage empfunden. Die Folge: Sie werden verfolgt, verletzt oder getötet.

Andererseits sind Touristen fasziniert von den wilden Tieren: Sie füttern sie extra, um sie besser beobachten und fotografieren zu können. So sind Probleme vorprogrammiert. Sowohl die Menschen, als auch die Tiere sind in Gefahr.

 

Auf der Suche nach Lösungen

Um diesen Problemen entgegenzuwirken, haben die WSPA und ihre rumänische Partnerorganisation Carpathian Wildlife Foundation ein gemeinsames Projekt ins Leben gerufen: Die Bären sollen am Plündern der Abfallbehälter in Racadau, einer am Wald gelegenen Wohnsiedlung, gehindert werden.

 

Prävention, Aufklärung und Umsiedlung

Die WSPA finanzierte vier bärensichere Abfallbehälter. Diese wurden regelmäßig geleert, um ein Überquellen des Mülls zu verhindern. Außerdem wurden sie mit Duftstoffen besprüht, denen sich Bären nicht nähern mögen. Die Maßnahmen wirkten!

Die örtliche Abfallwirtschaft ließ deshalb schnell alle Abfallbehälter in Racadau durch die Neuen ersetzen. Von der Polizei wurde zudem streng darauf geachtet, dass keine Abfälle außerhalb der Tonnen abgelegt wurden. Touristen wurde es verboten, die Bären für einen Schnappschuss mit Futter zu locken.

Über die Medien und Informationstafeln wurden die Maßnahmen erklärt. Auch Vorträge über  Bärenschutz fanden in örtlichen Schulen statt. Die WSPA und die Carpathian Wildlife Foundation siedelten zudem sogenannte "Problembären" um. Anschließend wurde beobachtet, ob sich auch tatsächlich im Wald blieben und sich aus natürlichen Quellen ernährten.

 

Lohnende Ergebnisse der Abfalllösung

"Was so eine Zusammenarbeit bewirken kann: Durch die Bereitstellung von Mitteln und Wissen hat die WSPA unserer Mitgliedsorganisation geholfen, ein seit 15 Jahren bestehendes Problem zu lösen. Nur ein Jahr hat es gedauert, weil alle Interessenvertreter so großartig zusammengearbeitet haben." Iris Mazurek – WSPA Wildlife Programmes Manager.

Im Netzwerk der WSPA werden solche erfolgreichen Lösungen weitergegeben, damit sie auf der ganzen Welt angewendet werden können.

 

Page tools:
Share Share, Bookmark, Email or Print

Connect with WSPA on:

FacebookTwitterYouTubeFlickr

Werden Sie aktiv!

Mit der Unterzeichnung der Petition signalisieren Sie: Der Tierschutz ist mir ein wichtiges Anliegen.

Elefanten in einem Waisenhaus eine Mitgliedsorganisation in Kenia