
Seit über 20 Jahren setzt sich die WSPA für den Schutz von Bären ein. Unser Einsatz startete 1991 mit der Bärenkampagne „Libearty“, die das Verbot von Bärentänzen in der Türkei und in Griechenland bewirkte.
Durch unser Programm sank in Indien die Anzahl der Tanzbären drastisch. Unsere Zusammenarbeit mit der Stiftung Wildlife Trust of India (WTI) und dem „Orissa Forest Department“ wirkt: Seit 2008 dürfen keine wilden Lippenbären mehr gefangen und als Touristenattraktion missbraucht werden.
Leider gibt es immer noch etwa 30 Tanzbären in Indien, die in ländlichen Gegenden und an der nepalesischen Grenze auftreten. Sie werden täglich von Dorf zu Dorf geschleppt. Als Jungbären gefangen und seitdem illegal gehalten, werden ihre elementarsten Bedürfnisse ignoriert. Dadurch erleiden die meisten Tiere akuten Stress und psychische Traumata.
Dem jungen Bären wird ein Ring durch Nase oder Gaumen gestochen. Dann wird ein Seil durch die offene Wunde gezogen. Das Ziehen an diesem Seil hält den Bären unter Kontrolle. Soll er tanzen, schneidet ein stechender Schmerz durch seinen Körper. Trommeln und Glöckchen ertönen. Er weiß, wenn er sich aufrichtet, wird es besser. Er wendet den Kopf nach links, dann nach rechts. Er dreht er sich im Kreis und versucht, dem Schmerz zu entkommen.
Die Kalandars, traditionelle indische Tanzbärenbesitzer, ernähren mit den Bärenshows ihre Großfamilien. Der Beruf begründet sich in Tradition, extremer Armut und Perspektivlosigkeit. Alternative Einkommensmöglichkeiten werden oftmals nicht in Betracht gezogen.
Deshalb schulen wir ehemalige Bärenhalter um, in Berufe wie Rikschafahrer, Schneider oder Händler. Sie geben ihre Tiere ab und können in einem neuen Leben Fuß fassen. Die Erfahrung zeigt: Nur so hat das Leid der Tanzbären ein dauerhaftes Ende.
„Wir wollen sicherstellen, dass der Rückgang der Bärentänze dauerhaft ist. Mittlerweile gibt es indische Einrichtungen, die sich um verwaiste Lippenbären kümmern“, sagt WSPA-Mitarbeiter Neil D’Cruze.
Deshalb
klären wir die Öffentlichkeit über die Qual der Bären auf
fordern wir härtere Strafverfolgung von Wilderei
schulen wir Wildhüter im Bärenschutz
sorgen wir für eine sichere Unterkunft befreiter Bären
vermitteln wir den Kalandars neue Einkommenswege
verlangen wir effektivere Patrouillen.
Im Januar 2011 leitete die WSPA, zusammen mit der Polizei, verdeckte Ermittlungen in Orissa, Indien: Zwei kleine Lippenbären wurden gerettet und die beteiligten Händler festgenommen. Sie hatten versucht, die zwei Monate alten Jungbären illegal als Tanzbären zu verkaufen. Wir haben das verhindert.
Bitte helfen Sie uns. Mit Ihrer Hilfe können wir die letzten Tanzbären befreien.
Informieren Sie sich über unser Tierschutzprojekt mit der WTI. Besuchen Sie die Website der Integrated Sloth Bear Conservation and Welfare Project (ISBCW).