
Jedes Jahr werden in Indien wild lebende Lippenbären eingefangen und dazu gebracht, für Touristen und andere Zuschauer zu "tanzen". Ihr Leben ist mühsam und qualvoll.
Wilderer fangen die kleinen Bären ein, indem sie die Muttertiere töten oder die Jungen aus unbewachten Höhlen wegtragen. Viele der Tiere verenden bereits an mangelnder Pflege oder Dehydrierung, bevor sie an die Kalandar verkauft werden. Die Kalandar sind eine indische Volksgruppe und aus Tradition mit dem Bärentanz verbunden.
Die überlebenden Bärenjungen leiden in den ersten Monaten ihrer Gefangenschaft vor allem unter der Trennung von der Mutter und versuchen immer wieder in ihre natürliche Umgebung zurückzukehren.
Die Eckzähne der Tiere werden heruntergefeilt oder herausgebrochen, um zu verhindern, dass Menschen damit verletzt werden. Damit wird der Bär zeitlebens zum Krüppel gemacht, denn ohne diese Zähne kann er nicht in die Wildnis zurückkehren und dort überleben.
Ohne Betäubung wird den jungen Bären ein Loch durch die empfindliche Nase oder den Gaumen gestochen und durch die unverheilte Wunde ein Seil gezogen.
Für diese Prozedur wird bewusst die Schnauze des Bären gewählt, weil die Tiere nirgends empfindlicher sind. Zieht der Besitzer am Seil, erfährt der Bär enorme Schmerzen und wird vollkommen gefügig. Auf diese Weise wird er darauf trainiert, seinem Besitzer bedingungslos zu gehorchen.
Das natürliche Wesen der Bären wird durch die Qualen der Gefangenschaft und die erniedrigenden Tanzdarbietungen zerstört. Außerdem wird die Gesundheit der einst wilden Tiere durch eine unzureichende und falsche Ernährung geschwächt.
Bei vielen der gefangenen Bären lässt sich eine stereotype Wiederholung bestimmter Bewegungsabläufe beobachten, die ein Anzeichen für große Anspannung ist. Verursacht wird das auffällige Verhalten der Tiere dadurch, dass sie nicht ihrem natürlichen Drang folgen können, herumzuziehen, zu klettern und Höhlen zu bauen.
Als erwachsene Tiere haben die Bären schließlich gelernt zu "tanzen". Je größer die Bären sind, umso beliebter sind sie, weil ihre Erscheinung als besonders eindrucksvoll gilt.
Die WSPA verfolgt verschiedene Lösungswege, um den Bärentänzen eine Ende zu bereiten. Dazu gehört auch, den Kalandar zu helfen, neue Existenzgrundlagen aufzubauen, damit sie nicht mehr von den Bärentanzveranstaltungen abhängig sind.
Durch die Vermittlung alternativer Einkommensquellen können die Kalandar neue Berufe an ihre Kinder weitergeben, und der Teufelskreis der "traditionellen" Tierquälerei wird endgültig durchbrochen.
Besuchen Sie keine Touristenattraktionen, die den Tierschutz missachten.
Sie können dazu beitragen, dass der Tierschutz weltweit als Angelegenheit von internationalem Interesse anerkannt wird, indem Sie unsere Petition für eine UN-Deklaration zum Tierschutz unterzeichnen.