
Tansania hat die meisten Schutzgebiete in Afrika. 28% des gesamten Festlandes werden für den Artenschutz verwendet. Allerdings grenzen viele dieser Gebiete an menschliche Siedlungen. So kommt es immer wieder zu Konflikten zwischen Mensch und Tier, die für beide Seiten weitreichende Konsequenzen haben.
Im Osten Tansanias leben die Elefanten heute im Mikumi Nationalpark. Durch Ackerflächen rundherum wurde ihnen wichtiger Lebensraum abgeschnitten. Immer wieder kommt es vor, dass die Tiere auf der Suche nach Wasser und Nahrung in die angrenzenden Felder der Bauern stampfen.
Traditionelle Methoden zur Abschreckung der Elefanten haben keine Wirkung: Kinder werden eingesetzt, um nachts die Ernte zu bewachen. Sie müssen Blechdosen oder Tonnen schlagen, um im Notfall Alarm zu schlagen und die Erwachsenen herbeizurufen. Oft kommen diese mit Gewehren, Eisenfallen und Steinschleudern angerannt. Bestenfalls sind diese Methoden ineffektiv und zeitraubend, schlimmstenfalls verletzen sie die Tiere damit ernsthaft oder töten sie sogar.
Um die Zusammenstöße zu verhindern und den Elefanten zu helfen, hat die WSPA 2009 mit dem Tansania Wildlife Research Institute (TAWIRI) und den Gemeinden vor Ort ein neues Projekt gestartet.
In einem Pilotprojekt haben wir rund um die Felder von 24 Bauern einen Zaun aus dicken Seilen gebaut, durchtränkt mit einer Mischung aus Öl und scharfem, würzigem Chili.
Denn da die Dickhäuter nicht gut sehen können, ist ihre Nase sehr empfindlich. Bei der Suche nach Wasser und Nahrung verlassen sie sich ganz auf ihren Geruchssinn. Laufen sie auf die Ackerfelder zu, stört der Chiligeruch ihre feine Nase so sehr, dass sie sich instinktiv entfernen.
Das Ergebnis des Testphase war beeindruckend: In die Felder, die mit den würzigen Chiliseilen umzäunt waren, marschierten keine Elefanten rein. Auf den anderen Feldern in der Region kam es jedoch zu 171 Zusammenstößen
Mittlerweile konnten wir 74 Bauern in drei Dörfern rund um den Nationalpark (Doma, Maharaka und Mikumi) davon überzeugen, ihren eigenen Chili anzupflanzen und damit die Chilizäune zu bauen, statt die Elefanten mit Gewalt zu verjagen. Jetzt ist es wichtig, weitere Felder mit diesen natürlichen Schutzschildern zu versorgen, damit das Zusammenleben von Mensch und Tier friedlich wird.
Weiterhin arbeiten wir an der Entwicklung eines „Gemeinde-Versicherungs-Modells“, um die Bauern im Schadensfall finanziell abzusichern und sie für den entstandenen Verlust durch die Zerstörung der Ernte zu entschädigen. Diese Initiative zielt darauf ab, die Akzeptanz der Gemeinde gegenüber wilden Tieren zu erhöhen und die Vergeltungsakte zu verringern. Ein gemeinsames Konto - begonnen mit kleinen Beiträgen von Einheimischen, aber hauptsächlich bestehend aus Geldern von Stakeholdern wie z.B. dem Staat, NGOs und der Tourismusindustrie - wird durch die Gemeinde nach einem Schadensfall verwaltet. Wir hoffen, dass die Regierung Tansanias diesem landesweiten Schema zustimmen und mit uns an diesem Modell arbeiten wird.
Bitte helfen Sie uns, diese intelligenten Tiere vor der gewaltsamen Abwehr der Bauern zu schützen. Wir sind davon überzeugt, dass keine Elefanten verletzt werden oder gar sterben müssen, um Ernten zu retten.
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