
Schätzungsweise 3.700 Pferdekarren werden in der Hauptstadt Kolumbiens für den Transport verschiedener Ladungen eingesetzt. Mehr als 18.000 Menschen sind dabei auf die Hilfe von etwa 7.000 Pferden angewiesen.
Die Tiere schleppen Gemüsekörbe, Ziegelsteine oder literweise Wasser durch die Slums von Bogota. Obwohl es Regeln zum Einsatz der Arbeitspferde gibt, werden diese in der Praxis selten umgesetzt. Nach einer Begutachtung verschiedener Bezirke in Bogota hat die WSPA festgestellt, dass sich viele Pferde in jämmerlichem Zustand befinden.
Meist haben die Pferdebesitzer keine ausreichenden Kenntnisse oder finanzielle Mittel, um für das Wohl ihrer Tiere zu sorgen. Die Pferde werden überladen und überanstrengt. Eine ordentliche Hufpflege, ausreichendes Futter, sauberes Wasser und genug Ruhepausen – all das fehlt den Tieren. Etwa 15 Prozent der Tiere sind deutlich unterernährt. Andere leiden infolge der einseitigen Ernährung unter einer Kolik, die unbehandelt lebensgefährlich sein kann.
Um den Lasttieren Bogotas zu helfen, betreibt die WSPA zusammen mit ihrer Mitgliedsorganisation Fundación de Refugio eine stationäre und eine mobile Pferdeklinik. Die mobile Klinik macht es möglich, auch in abgelegenen Orten erkrankte Tiere und ihre Besitzer zu erreichen. Das Rettungsteam behandelt die Tiere bei Verletzungen, Kolik oder Lahmheit. Die Helfer impfen und beschlagen die Hufe der Tiere. In Gesprächen werden Pferdebesitzer darüber aufgeklärt, wie sich Krankheiten und Verletzungen in Zukunft durch einfache Schritte verhindern lassen. Dadurch verbessern sich die Lebensbedingungen der Tiere erheblich. Unsere Hilfskonzepte auf der ganzen Welt haben gezeigt: Tierbesitzer sind sehr am Wohlergehen ihrer Tiere interessiert, sobald sie die entsprechenden Praktiken erlernt haben.
Die WSPA strebt eine langfristige Stabilität des Projektes an. Hierzu gehört die Vermittlung von Finanzierungstrategien für die Mitarbeiter von Fundación de Refugio, sowie kontinuierliche Schulungen der ehrenamtlichen Pferdeexperten vor Ort. Die bereits bestehende enge Partnerschaft zwischen Fundación de Refugio, den Pferdebesitzern und den Behörden soll weiter ausgebaut werden, um zusätzlich die Nachhaltigkeit des Projektes zu sichern.
Vermeiden Sie auf Reisen die Nutzung von Lasttieren, wenn Sie die Belastungen für die Tiere als zu hoch einschätzen.
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