Massentierhaltung

Intensive Schweinezucht, Indonesien

Das Kernproblem der Massentierhaltung ist das Tierleiden: Tiere auf engstem Raum zu halten, ihnen ein Leben ohne Tageslicht zuzumuten, sie körperlich zu manipulieren und ihre Bedürfnisse zu ignorieren, ist ethisch nicht vertretbar.

Unter diesen Bedingungen werden die Tiere häufig krank. Mit Antibiotika werden sie so lange am Leben gehalten, bis sie nach wenigen Monaten schlachtreif sind. Wachstumsfördernde Stoffe lassen die Tiere häufig unter ihrem eigenen Gewicht zusammen brechen. Doch ihre Qual ist nicht das einzige Problem der Intensivtierhaltung:

 

Massentierhaltung verschmutzt Böden und Trinkwasser

Die konzentrierte Güllemasse der Tiermastanlagen verschmutzt die Luft, den Boden und die Gewässer. Der Bau von Großbetrieben wird durch die deutsche Agrarpolitik subventioniert, obwohl längst Überkapazitäten bestehen. Deutsche Steuerzahler entrichten nicht nur diese Subventionen. Sie zahlen auch für die unzulängliche Beseitigung der Umweltverschmutzung, die Betriebe, mit bis zu 600.000 Tieren, verursachen. In Bundesländern mit besonders vielen Mastanlagen wird schon heute empfohlen, das Leitungswasser nicht mehr zu trinken.

 

Intensivhaltung verstärkt weltweit die Armut

Hühner in Legebatterien

Ein Drittel der Weltgetreideproduktion wird an Vieh verfüttert. Der Bedarf ist so groß, dass in vielen Entwicklungsländern Getreide für den Export an die Fleischindustrie angebaut wird, anstatt die Ackerflächen für die eigene, hungernde Bevölkerung zu nutzen. Deutschland ist mit über 55 Millionen gemästeten Schweinen jährlich der drittgrößte Schweineerzeuger weltweit und hat seinen Selbstversorgungsgrad längst überschritten. In der Hähnchenbranche sieht es ähnlich aus. Die unnötigen Überschüsse des Billigfleischs werden in Entwicklungsländer exportiert und ruinieren dort die Lebensmittelmärkte.

 

Nachhaltige Geflügelwirtschaft hilft den Armen

Ein humaner Umgang mit Hühnern, Schweinen, Schafen und anderen Nutztieren ist für die Ernährung, Umweltschutz und Armutsbekämpfung entscheidend. In unserer neuen Fallstudie zur Hühner- und Eierproduktion zeigen wir, wie eine humane Landwirtschaft das Leben und die Ernährung armer Familien in den ländlichen Gebieten Indiens positiv beeinflusst. Die Firma Keggfarms züchtete eine neue Hühnerrasse, die „Kuroiler“.

Diese Hühner sind besonders für die dörfliche Umgebung geeignet und legen viele Eier. Die Hühner werden derzeit an rund eine Million Haushalte in entlegenen Gebieten Indiens verteilt. Der Tierschutzaspekt: Die Eierproduktion kommt ohne Käfige aus und ist damit weitaus angenehmer für die Legehennen. Ein Erfolg auf allen Ebenen – die Tiere haben ein artgerechteres Leben und die Situation der armen Menschen verbessert sich; auch in Punkto Nahrungsmittel- und Versorgungssicherheit ein Gewinn.

 

Tiere auf die Agenda des „Earth Summit 2012“

Der Earth Summit 2012 ist die Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung. Bei dem internationalen Gipfeltreffen kommen Regierungen und zivilgesellschaftliche Vertreter zusammen, um die globale Nachhaltigkeit zu fördern. Wir setzen uns verstärkt dafür ein, dass Richtlinien für eine nachhaltige Landwirtschaft und für den Tierschutz umgesetzt werden.

Lesen Sie unseren Fünf-Punkte-Plan für den Earth Summit 2012 (englische Broschüre, 800 KB) >>

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