
Der Orang-Utan – einer unserer nächsten lebenden Verwandten – gilt als das weltweit intelligenteste Lebewesen nach dem Menschen. Seine Heimat ist der Regenwald, doch sein Lebensraum wird zerstört und der Orang-Utan selbst skrupellos gejagt und getötet. Er ist Opfer der stetig wachsenden Palmöl-Industrie und des illegalen Haustierhandels.
Auf der indonesischen Insel Borneo – einer der letzten Lebensräume der roten Menschenaffen – unterhält die Borneo Orangutan Survival Foundation (BOS) das weltweit größte Primatenschutzzentrum, das derzeit ein sicheres Zuhause für fast 700 Orang-Utans bietet. Im Zentrum „Nyaru Menteng“ finden die meist traumatisierten und verletzten Tiere Unterschlupf und die nötige medizinische Versorgung.
Im Jahr 2007 stand das Schutzzentrum kurz vor der Schließung, da die BOS-Stiftung nicht über ausreichend finanzielle Mittel für die Aufrechterhaltung dieses großartigen Projektes verfügte. Durch die großzügige Unterstützung der vielen WSPA-Fördermitglieder konnte das Zentrum jedoch gerettet werden. Und auch im Jahr 2009 trug die WSPA dafür Sorge, dass die BOS-Stiftung ihre wichtige Arbeit fortsetzen konnte: 25 wilde Orang-Utans konnten in diesem Jahr gerettet und in sichere Urwaldgebiete umgesiedelt werden. 39 neue Waisenkinder genießen jetzt die liebevolle Pflege der Mitarbeiter des Schutzzentrums „Nyaru Menteng“.
Orang-Utans bauen sich, wie viele andere Tiere auch, Schlupfwinkel im Geäst der gewaltigen Urwaldbäume - ihre Baumhäuser. Der Raubbau am Regenwald zugunsten der Palmöl-Produktion zerstört den Lebensraum der friedlichen Baumbewohner.
In nur wenigen Jahrzehnten wurden 85 Prozent ihres heimischen Regenwaldes zerstört und die Abholzung und Brandrodung des Lebensraumes der bedrohten Menschenaffen geht weiter: Die indonesische Regierung plant in den nächsten 5 Jahren weitere 4 Millionen Hektar Regenwald für den Anbau von Palmöl-Plantagen zu opfern. Die Leidtragenden sind die Tiere – sie werden immer weiter aus ihrem natürlichen Lebensraum zurück gedrängt.
Obdachlos und auf der Suche nach Nahrung ziehen die Orang-Utans durch die Wälder.
Geraten sie in die Nähe von Palmöl-Plantagen, werden sie von Feldarbeitern erschlagen oder erschossen. Auch in der Umgebung von Dörfern und Siedlungen begeben sie sich in Gefahr: Aus Angst, die Orang-Utans zerstören ihre Felder, töten oder verwunden die Bewohner umherziehende Orang-Utans. Ihre Jungtiere – häufig bei solchen Übergriffen verletzt und verstümmelt – werden beim illegalen Haustierhandel verkauft.

Mitten im Regenwald befindet sich das wunderbare „Nyaru Menteng“-Schutzzentrum, in dem bereits über 1.000 Orang-Utans Unterschlupf und Fürsorge gefunden haben – die meisten von ihnen sind Waisen, deren Mütter auf Palmöl-Plantagen getötet wurden.
In der Wildnis überleben, Feinde fürchten und Nahrung finden, all das konnten diese Orang-Utans leider nicht von ihren Müttern lernen. Deswegen kümmern sich die Mitarbeiter des Schutzzentrums um sie und bringen ihnen diese essentiellen Fähigkeiten bei. Ziel ist es, die Tiere nach der Rehabilitation und Sozialisierung in ihren natürlichen Lebensraum zu
entlassen.
Medizinische Versorgung
Bei der Ankunft im Schutzzentrum sind die Orang-Utans oft unterernährt und verletzt. Während einer kurzen Quarantänephase werden sie gründlich untersucht, medizinisch versorgt und geimpft. Danach kommen sie in ein größeres Gehege und lernen dort, mit den anderen Artgenossen zusammen zu leben.
Schutzgebiete schaffen
Engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betreuen die Menschenaffen im Schutzzentrum „Nyaru Menteng“ und zeigen ihnen wie sie unabhängig in der Wildnis überleben können. Verwaiste Jungtiere lernen von geschulten Kräften, wie sie Nahrung finden und weitere Fähigkeiten, die ihnen sonst ihre Mütter mitgeben können.
Lebensräume sichern
Geistig und physisch regenerierte Orang-Utans beginnen häufig auf geschützten Flussinseln ihr selbstständiges Leben. Anschließend werden die Tiere in sichere Urwaldgebiete ausgewildert, in denen sie in Freiheit leben können. Die BOS-Stiftung beschäftigt sich mit der Aufforstung des zerstörten Lebensraumes, um noch mehr Tiere zurück in die Natur bringen zu können und unterstützt darüber hinaus Umweltforschung.
Einbeziehung lokaler Gemeinschaften
Einerseits fungiert die BOS-Stiftung als Arbeitgeber für die lokale Bevölkerung und andererseits wird die lokale Gemeinde durch Bildungsprogramme involviert. Die Konsequenzen des Raubbaus an der Natur und den Tieren werden ebenso aufgezeigt wie die Notwendigkeit von Naturschutzmaßnahmen. Solche Programme fördern die Zusammenarbeit zwischen der Bevölkerung und den Tierschützern und bewirken dadurch nachhaltig Veränderungen.

Die WSPA fördert die großartige Arbeit der BOS-Stiftung, um den Lebensraum unserer vom Aussterben bedrohten Verwandten weiterhin zu sichern.
Das Herzstück unseres BOS-Projektes besteht darin, ein eigenständiges Bestehen des „Nyaru Menteng“-Schutzzentrums zu gewährleisten. Nur wenn die BOS-Stiftung über das strategische Wissen und die nötige Fachkompetenz verfügt, kann das Schutzzentrum dauerhaft und nachhaltig existieren. Daher besteht die Unterstützung der WSPA für die BOS-Stiftung neben finanzieller Mittel auch aus der Entwicklung und Etablierung von Fundraising-Programmen.
Die BOS-Stiftung ist die einzige Organisation, die sich aktiv für die Rettung, Rehabilitation und Auswilderung der friedlichen Menschenaffen einsetzt. Doch die Finanzierung des Mammut-Projektes „Nyaru Menteng“ bleibt eine ständige Herausforderung – die BOS-Stiftung ist noch immer auf regelmäßige finanzielle Zuschüsse angewiesen.
Unterstützen Sie das „Nyaru Menteng“-Schutzzentrum mit Ihrer Spende und sichern Sie so ein Stückchen Lebensraum für die intelligenten Menschenaffen, um den Letzten ihrer Art ein Leben in einem sicheren Zuhause zu ermöglichen – denn ohne Ihre Hilfe hat die Stiftung keine Zukunft.