
Die WSPA befürchtete, dass Japan seinen Antrag zum sogenannten „wissenschaftlichen“ Walfang in Küstengebieten beim 61. Jahrestreffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) im Juni durchsetzen würde. Mit allen Mitteln setzten sich die WSPA und weitere Walbeobachtungsorganisationen dafür ein, dass die teilnehmenden Regierungen keinen grausamen Kompromiss eingehen.
In nur kurzer Zeit gelang es den Walbeobachtungsorganisationen unter der Leitung der WSPA 70.000 Unterschriften zu sammeln, um die Regierungen der Länder dazu aufzurufen, den Küstenwalfang abzulehnen. Einen Herzlichen Dank an alle, die unsere Kampagne unterstützt und sich für die Wale eingesetzt haben.
Die IWC verhandelt weiterhin und zeigt sich uneinig hinsichtlich des Walfangs. Es wurde sich darauf verständigt, die Verhandlungen ein weiteres Jahr lang fortzuführen. Die WSPA wird in dieser Zeit den Druck auf die Regierungen und den neuen IWC-Vorsitzenden Christian Maquieira aufrecht erhalten, um sicher zu stellen, das der Fokus auf der Zukunft des Walschutzes und nicht des Walfangs liegt.
Die WSPA würdigte sowohl die großzügige Spende der australischen Regierung von über 1,5 Millionen AU Dollar, um die Arbeit zusammen mit der IWC voranzutreiben, als auch ihr zukunftsweisendes Programm zur tierschutzgerechten Erforschung der Wale.
Auf der IWC stellte Costa Rica einen Bericht über ihren Klimawandel-Workshop vor. Danach wurde eine Resolution über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Wale verabschiedet. Der Workshop war durch die gemeinsamen Bemühungen regionaler und internationaler NGOs und Wissenschaftler zu Stande gekommen. Der costaricanische Minister Rodríguez betonte, wie wichtig es für die Wale und ihre Umwelt sei, die Auswirkungen des Klimawandels und anderer menschlicher Aktivitäten einzudämmen. Außerdem sprach die WSPA Belgien ein Lob aus – für seine ausgezeichnete, kontinuierliche Arbeit zu weltweiten Bemühungen, die Zusammenstöße zwischen Walen und Schiffen zu verringern.
Zahlreiche Länder betonten auf der IWC den Wert und Bedeutung der internationalen Walbeobachtung. Ein Bericht, der bei dem Treffen veröffentlicht wurde, zeigt auf, dass mittlerweile in 119 Ländern Wale beobachtet werden und die Branche weltweit 2.15 Milliarden US Dollar wert ist.
All diese Arbeit ist äußerst ermutigend, denn sie zeigt auf, dass sich die IWC in eine Organisation entwickeln kann, die sich für den Erhalt der Tiere einsetzt. Dafür setzen sich die WSPA und andere Organisationen mit ihrem „Time to refocus“-Bericht 2008 ein.

In diesem Jahr erhielt die WSPA die Unterstützung von der dreifachen Olympiasiegerin Leisel Jones (Australien), die dem australischen Umweltminister Peter Garrett bei einer Pressekonferenz fast 15.000 Unterschriften im Namen der australischen Bevölkerung überreichte. Sie übertrug die Botschaft, dass es nur einen tierschutzgerechten Weg gibt – Wale im Meer leben zu lassen.
Garrett stimmte dem zu und sagte öffentlich, dass „Australien ganz eindeutig der Ansicht ist, dass der Walforschung eine wirkliche wissenschaftliche Notwendigkeit zu Grunde liegen muss und dass sie so tierschutzgerecht und ethisch wie möglich erfolgen sollte... und zwar unter Anwendung international anerkannter, humaner Tierversuchsverfahren. Australiens Position ist klar – wir glauben nicht daran, dass es nötig ist, Wale zu töten, um sie zu erforschen und zu verstehen.“
Die WSPA dankt Leisel für ihre Unterstützung, ihren Einsatz und ihre Leidenschaft für den Schutz der Wale!
Grönlands Walfang kam erneut unter internationalen Druck. Obwohl der scheidende Vorsitzende William Hogarth während der Tagung um Diplomatie bemüht war, äußerte Dänemark erneut sein umstrittenes Anliegen des Vorjahres, 10 Buckelwale zu fangen.
Die Vertreter der WSPA zeigten den Delegierten Beweismaterial aus verdeckten Filmaufnahmen und einem Bericht von 2008 über den kommerziellen Verkauf der grönländischen „Nahrungsmitteljagd Einheimischer“. Die WSPA arbeitete zudem eng mit dem Team der britischen Regierung zusammen, um die IWC-Mitglieder der Europäischen Union (EU) davon zu überzeugen, den Vorschlag angesichts einer neuen Beweislage, dass es bei bestehenden Jagden zu erheblichen Verschwendungen kommt, abzulehnen. Nachdem der Widerstand von Seiten der EU abgesichert war, wurde entschieden, dass der Vorschlag bis zu einer weiteren internationalen Zusammenkunft auf Eis gelegt wird, um die vielen Probleme anzugehen. Die WSPA begrüßte diese Entscheidung und wird sich weiterhin dafür einsetzen, dass Wale nicht grausam für Profit getötet werden.
In diesem Jahr wurde das Treffen zum ersten Mal von zwei norwegischen Organisationen beobachtet, den WSPA-Partnerorganisationen Dyrebeskyttelsen Norge und NOAH – for dyrs rettigheter.
Die norwegischen Organisationen stellten den Delegierten mit einem kurzen Bericht die Situation des norwegischen Walfangs vor. Eine neue norwegische Meinungsumfrage zeigte, dass nur 21 Prozent der Norweger damit einverstanden sind, wie die Wale getötet werden und dass nur sieben Prozent regelmäßig Walfleisch essen. Sie vereinbarten außerdem ein Treffen mit der norwegischen Delegation, um dieser ihre Einwände und Bedenken zum Walfang darzulegen.
Bis 1980 wurde von der Insel Madeira Walfang betrieben – heute sind die einzigen auf Wale abgefeuerten Schüsse die Schnappschüsse der Touristen, die sich der ausgezeichneten Bedingungen zum Beobachten von Walen an der Küste nahe Funchal erfreuen.
Madeiras Beispiel ist ein ausgezeichnetes Beispiel, dem alle Walfangnationen folgen sollten. WSPA und Walbeobachtungsgruppen sind der Meinung, dass eine gut organisierte Beobachtung von Walen im 21. Jahrhundert die einzige nachhaltige, tierschtzgerechte und wirtschaftlich umsetzbare Art des Umgang mit Walen darstellt – die Tage der Walfänger sind gezählt.
Denn jeder einzelne der 2000 Wale, die jedes Jahr von Japan, Norwegen und Island getötet werden, ist einer zu viel. Die WSPA wird weiter gegen diese grausame und unnötige Jagd ankämpfen, sowohl beim IWC als auch – was noch wichtiger ist – direkt bei den Walfangnationen. Momentan konzentrieren wir uns auf eine öffentliche Kampagne und Ausstellung in Norwegen, die am 14. August 2009 beginnen soll – wir lassen von uns hören!